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29.01.2018

Neuheiten von ABB zur Light+Building und Hannover Messe

Fred Donabauer, Leiter Produktmanagement LV Drives bei ABB, stellte die rückspeisefähigen Frequenzumrichter ACS 880 vor

Fred Donabauer, Leiter Produktmanagement LV Drives bei ABB, stellte die rückspeisefähigen Frequenzumrichter ACS 880 vor

Im Vorfeld der Light + Building sowie der Hannover Messe hat ABB seine Produktneuheiten präsentiert, die das Unternehmen auf den Messen vorstellen wird. Dazu gehören neben der neuen Familie an rückspeisefähigen Frequenzumrichtern ACS880 und den thermischen Massedurchflussmessern Sensymaster, welche die Sensyflow-Reihe ablösen wird, auch die Weiterentwicklung der ABB Ability Smart Sensoren für Pumpen sowie digitale Lösungen für das Stromnetz.

Energie sparen mit rückspeisefähigen Antrieben
Die neue Frequenzumrichter-Generation ACS880 speist Bremsenergie von Elektromotoren als annähernd oberschwingungsfreien Strom ins Netz zurück. Sie deckt einen Leistungsbereich von 4 kW bis 3200 kW ab und kann den Cosinus Phi der Grundschwingung unter allen Lastbedingungen auf Eins regeln, was die Blindleistung und den Energieverbrauch optimiert. Die rückspeisefähigen Frequenzumrichter ACS880 zeichnen sich durch eine hohe Störfestigkeit gegenüber Netzstörungen aus und sind in der Lage die Motorspannung auch bei instabiler Einspeisung stabil zu halten oder sogar zu erhöhen. Dadurch wird ein zuverlässiger Betrieb auch bei einem Abfall der Einspeisespannung unter den Normalwert sichergestellt.
Die neuen ACS880 gewährleisten die volle Motorspannung unter allen Bedingungen. Sie sind mit der Drehmomentregelung DTC ausgestattet und bieten damit eine präzise und dynamische Drehzahl- und Drehmomentregelung für eine maximale Motor-Performance und -Effizienz. Netzfilter, Einspeiseeinheit sowie Wechselrichter sind bei den rückspeisefähigen Frequenzumrichtern in einem Gerät integriert, sodass sie deutlich kompakter gebaut werden können als herkömmliche Lösungen. Die dadurch reduzierten Engineering- und Materialkosten und der geringere Platzbedarf im Elektroraum ergeben in Summe ein erhebliches Einsparungspotential bei den Schrankbaukosten. Sogar eine Montage ohne Schrank ist möglich.
Sie können den Energieverbrauch bedeutend senken, reduzieren durch die kompakte Bauweise den Platzbedarf um bis zu 85 Prozent und senken so auch die Investitionskosten um bis zu 30 %. Zudem macht die geringere Wärmeabgabe eine erheblich weniger aufwendige Klimatisierung des Elektroraums notwendig.
Neben allen diesen Vorzügen dient der Frequenzumrichter ACS880 auch als multipler Sensor, der wichtige Informationen wie Motordrehzahl, Motordrehmoment, Motorströme, verschiedene Temperaturen und viele andere Parameter ausliest. Diese Daten stehen dann für die Diagnose, Fernüberwachung und Prozessoptimierung über ABB Ability – die Bündelung aller Produkte, Services und Lösungen im digitalen Angebot von ABB inklusive Cloud-Anbindung – zur Verfügung.

In diesem Video fasst Fred Donabauer, die Eigenschaften des ACS880 kurz zusammen.








Jonas Spoorendonk, Digital Portfolio Manager bei ABB, mit dem Smart Sensor

Jonas Spoorendonk, Digital Portfolio Manager bei ABB, mit dem Smart Sensor

Für Raphael Görner, Local Product Group Manager bei ABB, ist die Zukunft der Stromnetze dynamisch, flexibel und digital, was die entsprechend smarten Betriebsmittel erfordert

Für Raphael Görner, Local Product Group Manager bei ABB, ist die Zukunft der Stromnetze dynamisch, flexibel und digital, was die entsprechend smarten Betriebsmittel erfordert

Die thermischen Massedurchflussmesser Sensymaster

Die thermischen Massedurchflussmesser Sensymaster

ABB Ability Smart Sensor überwacht jetzt auch Pumpen
Der Smart Sensor aus dem ABB Ability Programm stellt Daten zur vorausschauenden Wartung von Niederspannungsmotoren bereit. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Pumpenhersteller Egger hat ABB die Lösung nun auch für die Fernüberwachung von Pumpen weiterentwickelt.
Der ABB Ability Smart Sensor wurde erstmals im Jahr 2016 auf der Hannover Messe vorgestellt. Seither hat sich die innovative Technik, die drohende Probleme durch Fernüberwachung frühzeitig erkennbar macht, weltweit in Anlagen jeder Art bewährt: Durch die vorausschauende Wartung konnten Stillstandzeiten um bis zu 70 % reduziert, die Motorlebensdauer um bis zu 30 % verlängert und der Energieverbrauch um bis zu 10 % gesenkt werden.
Wenn Smart Sensoren Motoren vorausschauend überwachen können, warum sollten sie dieselben wertvolle Dienste nicht auch für Pumpen leisten können, überlegten die Egger-Verantwortlichen und nahmen Kontakt mit ABB auf. Gemeinsam beschlossen die beiden Unternehmen einen auf die speziellen Erfordernisse von Pumpen zugeschnittenen neuen smarten Sensor zu entwickeln.
Ausgehend von der bewährten Hardwarebasis wurden die Motor-Sensoren so adaptiert, dass sie nun auch Werte wie Pumpendrehzahl, Gesamtvibration, Unwucht, Kavitation (die Bildung von Dampfblasen in Flüssigkeiten) oder Verstopfung auslesen können.
In Pilotanlagen kommt auch bereits der gesamte digitale Background der ABB Ability Smart Sensor-Technologie zum Einsatz: Zustandsmeldungen und Leistungskennzahlen werden nicht nur erfasst sondern über ein Gateway, das die Daten von allen Smart Sensoren im Umkreis von 50 m sammelt, an die ABB Ability Cloud übertragen. Die Pumpenbetreiber können die Daten dann über eine App auf ihrem Smartphone oder in einem Browser ablesen.
Sesnor, Retrofit-Kit sowie der Service sind separat erhältlich. Sein Dienstleistungsportfolio für Wasser- und Abwasserpumpen will Egger im Mai auf der Ifat in München vorstellen. Der Service soll danach sukzessive ausgebaut werden.

Digitale Lösungen für die Netze der Zukunft
Die ABB Ability-Plattform umfasst nun auch digitale Produkte und Services, die helfen das Stromnetz zu stabilisieren und effizienter zu betreiben. Digitale Umspannwerke werden im Energiesystem der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Analoge Signale über Kupferkabel werden durch digitale Kommunikation über Glasfaserkabel ersetzt, wodurch Flexibilität, Verfügbarkeit und Sicherheit steigen und gleichzeitig Kosten, Risiken und Auswirkungen auf die Umwelt reduziert werden. Die wachsenden Datenmengen, die in digitalen Umspannwerken verfügbar sind, werden auch eine verbesserte Überwachung, Diagnose, Sicherung und Optimierung der Anlagen ermöglichen. Über das Internet der Dinge werden Zustandsdaten in Echtzeit und rund um die Uhr gesammelt. Die ABB Ability-Lösungen können diese Daten mit cloud-basierter Software filtern und analysieren.
Ein weiteres Beispiel für den Einsatz innovativer Lösungen ist der weltweit erste hybride statische Kompensator (Statcom), den ABB für den Übertragungsnetzbetreiber Tennet im Umspannwerk Borken in Hessen liefern wird. Er wird das Netz mit flexibler Blindleistungskompensation und dynamischer Spannungsversorgung unterstützen und damit das Risiko von Spannungseinbrüchen und Stromausfällen reduzieren. Statcom ist ein intelligentes System zur Stabilisierung von Spannungsschwankungen, die durch die Unberechenbarkeit von Wind- und Solarenergie hervorgerufen werden und sorgt für eine störungsfreie Stromübertragung. Das Steuerungssystem Machtm ist Teil des digitalen Angebots ABB Ability von ABB und funktioniert wie das Gehirn von Statcom (und anderen Systemen wie der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung). Es überwacht, steuert und schützt die hochentwickelte Technologie und gewährleistet eine zuverlässige und effiziente Stromversorgung.

Präzise und dynamische Masse-Durchflussmessung von Gasen
Sensymaster, heißt die neue Generation der thermischen Masse-Durchflussmesser zur Messung von Gasen. Da der Preis der neuen Gerätefamilie je nach Ausführung deutlich unter dem der bisherigen Sensyflow-Geräte liegt, stellen sie eine kostengünstige Alternative bei gleichzeitiger Steigerung der Leistungsfähigkeit dar und werden die alte Serie ersetzen. Die direkte Massemessung erfordert keine zusätzliche Druck- oder Temperaturkompensation in der Messung und bietet einen großen Arbeitsbereich von 1 : 150, der bei nahezu Null beginnt. Durch die kleinen, in den Gasstrom hineinragenden Messelemente entsteht nur ein minimaler Druckverlust und die Ansprechzeitvon 0,5 s erlaubt eine dynamische Messung und damit eine exakte Prozesssteuerung. Die hohe Genauigkeit der Messung von +/- 0,6 % vom Messwert bei gleichzeitig hoher Wiederholgenauigkeit sowie die Einsatztemperatur bis 300 °C prädestiniert den Sensymaster für eine Vielzahl anspruchsvoller Anwendungen.
Der „ApplicationSelector“ für bis zu vier vorkonfigurierte und vier frei konfigurierbare Applikationen erlaubt eine schnelle und applikationsspezifische Parametrierung im Feld. Eine integrierte Datenbank ermöglichtes, eine Anzahl unterschiedlicher Prozessgase frei auszuwählen. Schließlich gewährleistet die integrierte Verifikations- und Diagnosefunktion hohe Verfügbarkeit bei gleichzeitig minimalem Wartungsaufwand. Die „SensorCheck“-Funktion dient zur Überprüfung der thermischen Messelemente.
Bei einem „Plug&Play“-Tausch der kompletten Elektronik bleibt durch das „SensorApplicationMemory“ die Konfiguration vollständig erhalten. Parameter müssen nicht mehr händisch eingegeben werden und eine Neukalibrierung des Messgeräts ist überflüssig.
Neu ist auch ein modulares I/O-Konzept mit bis zu fünf Signalausgängen. Zusätzlich zu den drei Standardausgängen können Einsteckkarten installiert werden, die die Kommunikationsmöglichkeiten und die Funktionalität der Messgeräte weiter erhöhen und die automatisch von der Gerätesoftware erkannt werden.