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08.02.2018

ABB steigert Umsatz im Übergangsjahr 2017 um 1 %

ABB CEO Ulrich Spiesshofer. „Die Zahlen für das Jahr 2017 sind durch unsere umfassende Transformation belastet."

ABB CEO Ulrich Spiesshofer. „Die Zahlen für das Jahr 2017 sind durch unsere umfassende Transformation belastet.”

Im Jahr 2017 hat ABB seine Next-Level-Strategie weiter konsequent umgesetzt. Das Unternehmen führte sein Digitalangebot ABB Ability ein und nahm weitere Investitionen in Digitalisierung, Vertrieb, Markenentwicklung sowie Forschung und Entwicklung vor. So wurden im vergangenen Jahr die Akquisitionen von B&R und Keymile abgeschlossen sowie die Übernahme von GE Industrial Solutions unterzeichnet. Zudem verkaufte ABB sein Hochspannungskabelgeschäft und unterzeichnete zwei Joint Ventures im EPC-Geschäft. Weiterhin wurde die Umstellung des Geschäftsmodells der Divisionen Stromnetze, Robotik und Antriebe und Industrieautomation initiiert. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 1 % auf 34312 Mio. US-$. Das operative EBITA ging in 2017 um 1 % auf 4130 Mio. US-$ zurück. Der Auftragseingang blieb auf Vorjahresniveau.

ABB CEO Ulrich Spiesshofer kommentierte die Zahlen folgendermaßen: „Im Übergangsjahr 2017 haben wir ABB weiter fokussiert und gestärkt. Unser digital-basiertes Portfolio bietet unseren Kunden in den Bereichen Energieversorgung, Industrie und Transport und Infrastruktur zwei klare Leistungsversprechen: Strom von jedem Kraftwerk zu jedem Verbrauchspunkt zu bringen sowie Industrien vom Rohstoff bis zum Endprodukt zu automatisieren. Die Zahlen für das Jahr 2017 sind durch unsere umfassende Transformation belastet. Mit gezielten Maßnahmen zur Verlagerung des Unternehmensschwerpunktes haben wir unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessert, Wachstumssegmente adressiert und Geschäftsrisiken gesenkt. Wir haben das Wachstum unserer Basisaufträge in vier aufeinanderfolgenden Quartalen gesteigert. Dank des Momentums aus 2017 sind wir gut unterwegs, um in der sich verbessernden Marktsituation profitabel zu wachsen. Der heutige Vorschlag für die neunte Dividendenerhöhung in Folge unterstreicht unsere Zuversicht.“

Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2017
ABB lieferte im Geschäftsjahr 2017 trotz widriger Marktbedingungen und der fortgesetzten Transformation eine stabile finanzielle Performance. Der Gesamtauftragseingang blieb stabil. Bei den Basisaufträgen (Aufträge unter 15 Mio. US-$) nahm das Momentum in jedem Quartal zu und stiegen im Gesamtjahr um 5 % (6 % in US-$). Das trug dazu bei, den Effekt der rückläufigen Großaufträge abzufedern. Diese steuerten 2017 8,5 % zum gesamten Auftragseingang bei, gegenüber 13,5 % im Vorjahr. Dieser Rückgang ist teilweise auf die Neuausrichtung des Geschäftsmodells von ABB zurückzuführen. Die Serviceaufträge wuchsen um 8 % (8 % in US-$) und machten 20 % der Gesamtaufträge des Konzerns aus.
Der Auftragsbestand belief sich Ende Dezember 2017 auf 22.414 Mio. US-$; 4 % (2 % in US-$) weniger als im Vorjahr. Der Umsatz verbesserte sich um 1 % (1 % in US-$) auf 34.312 Mio. US-$. Positive Beiträge aus der Division Elektrifizierungsprodukte sowie der Division Robotik und Antriebe konnten die Rückgänge in den Divisionen Industrieautomation und Stromnetze mehr als ausgleichen. Die Serviceaufträge legten insgesamt um 3 % zu (3 % in US-$) und machten 18 % des Gesamtumsatzes aus.

Mit dem WCP-Programm (White Collar Productivity) und Massnahmen zur Verbesserung der Lieferkette/Operational Excellence erzielte ABB umfassende Kostensenkungen. Darüber hinaus wurden verschiedene bedeutende Transaktionen angekündigt oder abgeschlossen. ABB baute Risiken im Portfolio weiter ab, indem sie Nichtkerngeschäfte verkaufte und Schritte zur Neuausrichtung des Geschäftsmodells für EPC-Aktivitäten (Engineering, Procurement, Construction) umsetzte. Diese Massnahmen wirkten sich auf das Ergebnis des Geschäftsjahres aus. Das operative EBITA des Unternehmens ging um 2 % zurück (1 % in US-$) und belief sich auf 4.130 Mio. US-$. Darin enthalten sind Belastungen in Höhe von circa 140 Mio. US-$ im Zusammenhang mit den EPC-Geschäften. Die operative EBITA-Marge betrug 12,1 %, bei einem negativen Effekt von 30 Basispunkten durch Belastungen aus den EPC-Geschäften. Ohne diese Belastungen wäre sie stabil geblieben.
Der Konzerngewinn stieg 2017 gegenüber dem Vorjahr um 17 % auf 2.213 Mio. US-$. Ursächlich hierfür waren insbesondere niedrigere transformationsbedingte Restrukturierungskosten und restrukturierungsbedingte Aufwendungen sowie Gewinne aus den Geschäftsveräusserungen im Berichtsjahr. Der unverwässerte Gewinn je Aktie erhöhte sich um 17 % auf 1,04 US-$. Der operative Gewinn je Aktie lag bei 1,25 US-$ und damit währungsbereinigt 1 % unter dem Vorjahreswert.

Konsequente Umsetzung
ABB arbeitete 2017 weiter entschlossen an der Fokussierung und Stärkung ihrer operativen Abläufe. Ende 2017 brachte das Unternehmen seine strategischen 1.000-Tage-Programme zum Abschluss. Das WCP-Programm von ABB erzielte bis Ende 2017 Bruttoeinsparungen von über 1,3 Mrd. US-$ und übertraf die ursprüngliche Vorgabe damit um über 300 Mio. US-$. Das Sparprogramm wurde innerhalb des ursprünglich angekündigten Zeitrahmens realisiert, und die zunächst erwarteten Restrukturierungs- und Implementierungskosten wurden um rund 300 Mio. US-$ unterschritten. Bereinigt um den Effekt der Änderungen im Geschäftsportfolio sank das Umlaufvermögen um 1,9 Mrd. US-$. Durch das diszipliniertere Management des Nettoumlaufvermögens wurden seit Ende 2014 Barmittel im Umfang von 1,5 Mrd. US-$ freigesetzt und das Nettoumlaufvermögen in Prozent des Umsatzes um 280 Basispunkte reduziert. Das Management des Umlaufvermögens hat sich seit Einleitung des Programms in allen Divisionen und Regionen verbessert. Weitere Fortschritte beim Nettoumlaufvermögen sollen mit der fortgesetzten Vorratsoptimierung erzielt werden.
Im Jahresverlauf 2017 wurden mehrere Positionen in der Konzernleitung neu besetzt. Mit Wirkung zum 1. April 2017 wechselte Timo Ihamuotila von Nokia zu ABB, wo er als Chief Financial Officer der Konzernleitung beitrat. Mit Wirkung zum 1. Juli 2017 wurde Chunyuan Gu, Managing Director von ABB in China, zum Leiter der Region Asien, Naher Osten und Afrika (AMEA) ernannt und in die Konzernleitung berufen. Gu trat in der Region AMEA die Nachfolge von Frank Duggan an, der zum Leiter der Region Europa ernannt wurde.

Kurz- und langfristiger Ausblick
Die makroökonomischen Signale für Europa und USA sind positiv; für China wird weiterhin Wachstum erwartet. Die globalen Märkte wachsen wieder, sind aber dennoch von Unsicherheiten in verschiedenen Teilen der Welt geprägt. Der Ölpreis und Effekte aus der Währungsumrechnung werden das Unternehmensergebnis voraussichtlich weiterhin beeinflussen.
Die attraktiven langfristigen Aussichten zur Nachfrage in den drei wichtigen Kundensegmenten von ABB – Energieversorgung, Industrie, Transport und Infrastruktur – stützen sich auf die Energiewende und die Vierte Industrielle Revolution. ABB ist mit einer starken Marktpräsenz, der geografisch ausbalancierten Geschäftstätigkeit, dem breiten Portfolio, der Technologieführerschaft und ihrer Finanzkraft gut aufgestellt, um diese Chancen für langfristiges profitables Wachstum zu nutzen.