A A A
| Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz
ETZ Logo VDE Verlag Logo

13.03.2018

Lapp macht 1 Mrd. € Umsatz

Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding AG und Vorstand für Marketing und Vertrieb.

Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding AG und Vorstand für Marketing und Vertrieb.

Georg Stawowy, Vorstand für Innovation und Technik bei Lapp

Georg Stawowy, Vorstand für Innovation und Technik bei Lapp

Dr. Hilmar Döring, Vorstand für Personal und Organisationsentwicklung bei Lapp

Dr. Hilmar Döring, Vorstand für Personal und Organisationsentwicklung bei Lapp

Dr. Ralf Zander, Vorstand Finanzen und Controlling bei Lapp

Dr. Ralf Zander, Vorstand Finanzen und Controlling bei Lapp

Erstmals hat die Lapp-Gruppe in einem Jahr mehr als 1 Mrd. € Umsatz erzielt. Ganz konkret erhöhte sich der Umsatz des Spezialisten für integrierte Lösungen der Kabel- und Verbindungstechnologie im Geschäftsjahr 2016/17 (1. Oktober bis 30. September) um 13,9 % auf 1.026,8 Mio. €. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 9,6 % auf 3.770. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 29 % auf 55,5 Mio. €.

„Diese Zahlen zeigen, dass unsere Kunden uns weiterhin vertrauen, und dass wir mit unserer Strategie auf dem richtigen Weg sind – darüber freuen wir uns natürlich sehr“, erklärt Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding AG. Andreas Lapp weiter: „Mit unseren Lösungen, insbesondere unseren Datenleitungen Unitronic und Etherline, den fertigen Ölfelx-Connect-Systemlösungen sowie den modularen Epic-Steckverbindern haben wir den Puls der Zeit getroffen. Gleichzeitig haben wir uns intern noch besser aufgestellt, um unseren Kunden auf der ganzen Welt die besten Verbindungslösungen anbieten zu können.”

Guter Geschäftsverlauf
Der starke Umsatzanstieg um 13,9 % auf 1.026,8 Mio. € wurde auch von der positiven Kupferpreisentwicklung beeinflusst. Da der tatsächliche Preis eines Kabels immer tagesaktuell auf Basis des aktuellen Kupferkurses berechnet wird, erhöhten sich wegen der höheren Kupferpreise auch die Umsätze. Der durch Kupfer beeinflusste Umsatzanstieg liegt bei rund 5 %. Die Währungsentwicklung hatte mit einem Minus von 0,3 % nur geringen Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Bereinigt um die genannten Einflüsse wuchs der Umsatz um rund 9 %, und damit deutlich stärker als das Marktumfeld. „Diese Steigerung ist vor allem auf unsere erfolgreichen strategischen Initiativen zurückzuführen: Wir haben attraktive neue Angebote entwickelt und die Arbeit unseres Vertriebs optimiert. Außerdem haben sich wichtige Absatzmärkte wie der Maschinen- und Anlagenbau weiter stabil entwickelt“, begründet Finanzvorstand Dr. Ralf Zander.
In fast allen Bereichen hat sich die Lapp Gruppe auch personell verstärkt und zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Weltweit wuchs die Zahl der Mitarbeiter von 3.440 auf rund 3.770 Beschäftigte. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 9,6 %. „Diese große Anzahl an neuen Mitarbeitern muss integriert und zusammen mit allen anderen Mitarbeitern ständig weiterentwickelt werden, denn unser Anspruch lautet ‚Best People in Business‘“, erläutert Dr. Hilmar Döring, Vorstand für Personal und Organisationsentwicklung. Schwerpunkt im Bereich Personal im abgelaufenen Geschäftsjahr war daher die weitere Professionalisierung der Personalentwicklung. Dafür hat Lapp zum Beispiel ein globales Kompetenzmodell entwickelt, welches unter anderem im Rahmen von Nachfolgeplanung, Weiterbildung und Talentförderung eingesetzt wird.

Mehr Engagement in Asien gefordert
Überdurchschnittlich stark ist die Region Europa (EMEA) gewachsen. Hier stieg der Umsatz um 15,8 % auf 718,9 Mio. €. Mit 70 % Umsatzanteil ist die Region Europa der wichtigste Absatzmarkt für die Lapp Gruppe. Allein in Deutschland lag der Umsatz bei 313,4 Mio. Euro (+16,8 %). Die Region Asien (einschließlich Australien und Neuseeland) steigerte ihren Umsatz um 12,9 % auf 194,1 Mio. €. Die Region Amerika erzielte in USA, Kanada und Mittel- und Südamerika insgesamt einen Umsatz von 113,8 Mio. €, das entspricht einem Plus von 4,5 %. Trotz der insgesamt positiven Entwicklung war A. Lapp nicht durchweg zufrieden: „In Asien sind wir nicht so stark gewachsen, wie wir es uns wünschen. Schon heute lebt die Hälfte aller Menschen dort, und bis Mitte des Jahrhunderts werden weniger als 10 % der Weltbevölkerung in Europa und den USA leben. Deswegen müssen wir in Asien stärker werden und können nicht damit zufrieden sein, dass wir in dieser sehr dynamischen Region weniger Wachstum erzielt haben als in den gesättigten europäischen Märkten. Wir müssen deswegen in Asien noch härter daran arbeiten, unsere Kunden zu begeistern.“

Solide Finanzlage
Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnten 81 Mio. € (Vorjahr: 66,8 Mio. €) erzielt werden. Mit einem Plus von 21,2 % stieg das Ergebnis überproportional zum Umsatzwachstum. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 29,4 % auf 55,5 Mio. €. Die Eigenkapitalquote ist zwar wegen der gestiegenen Bilanzsumme leicht auf 53,9 % (Vorjahr: 55,4 %) gesunken, liegt aber weiterhin auf hohem Niveau.

Investitionen in die Zukunft
Im Geschäftsjahr 2016/2017 wurden 24,1 Mio. € investiert, rund 4 Mio. € mehr als im Jahr zuvor. Schwerpunkte waren der weitere Rollout der SAP Software ECC 6.0 sowie Investitionen für die neue Lapp Europazentrale in Stuttgart. Außerdem wurde in den Produktions- und Vertriebsgesellschaften in Maschinen und Anlagen sowie in die Logistik investiert.
Positiver Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr
Auch für das Geschäftsjahr 2017/2018 geht die Lapp Gruppe von einem weiteren Wachstum in allen Regionen aus. Wichtige Impulse erwartet sich Lapp unter anderem von der weiter steigenden Nachfrage nach industriellen Datenübertragungssystemen. Weiterhin wurden zum Jahreswechsel die Unternehmen SKS Automaatio und SKS Connecto in Finnland und Polen übernommen. Mit SKS Automaatio und SKS Connecto als führende Unternehmen in den Bereichen Automation und Kabelkonfektionierung stärkt die Lapp Gruppe ihre Position in diesen Bereichen, die in der Lapp Strategie 2020 zentrale Rollen spielen. Zudem wurde Anfang Februar die neue Gesellschaft Lapp Australia als Joint Venture mit dem langjährigen neuseeländischen Partner ECS gegründet. Mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen will Lapp den australischen Markt weiterentwickeln.
Der Vorstandsvorsitzende Andreas Lapp sieht das Unternehmen auf Kurs: „Unsere Kunden schätzen unsere maßgeschneiderten Lösungen, und unsere hochmotivierten Mitarbeiter werden auch im laufenden Geschäftsjahr wichtige neue Impulse setzen. Wir sind für die Zukunft gut gerüstet.”

Technisch up-to-date
Eines der wichtigsten Zukunftsthemen auch bei Lapp ist die digitale Transformation. Lapp hat ein eigenes Team gegründet, das sich um alle Aspekte der Digitalisierung im Unternehmen kümmert. In allen Unternehmensbereichen laufen aktuell Projekte, um zum Beispiel mit digitalen Technologien neue Marktchancen zu erschließen, Prozesse zu automatisieren und die IT-Landschaft zu optimieren. Der Trend zur Vernetzung in der Industrie bedeutet auch für die Lapp Gruppe große Chancen. „Verbindungslösungen für die industrielle Datenkommunikation sind das Rückgrat der Industrie 4.0 oder des Industrial Internet of Things (IIOT). Sie waren und sind ein Schwerpunkt bei den Innovationen der Lapp Gruppe“, erläutert Georg Stawowy, Vorstand für Innovation und Technik.
Ein Beispiel dafür ist die Etherline Topsion Cat. 7: die erste torsionsfähige und Profinet-konforme Cat. 7 Leitung. Die Hochgeschwindigkeitsleitung für industrielles Ethernet kann Datenraten bis 10 GBit im Frequenzband bis 600 Megahertz übertragen. Das ist interessant für Anwendungen in Maschinen und in der Robotik, wo große Datenmengen anfallen, etwa von Sensoren oder hochauflösenden Kameras – eine wichtige Anforderung für die Industrie 4.0.
Mit Etherline Access bietet Lapp seit 2017 erstmals auch aktive Netzwerkkomponenten für Industrial Ethernet Systeme an. Lapp hat sich zu diesem Schritt entschlossen, weil nur die Kombination aus industriespezifischem Switch und industriellen Leitungen auch höchste Leistungen bei der Übertragungsqualität und Ausfallsicherheit gewährleistet. Aus diesem Grund bevorzugen die Anwender für den industriellen Einsatz komplette Systeme aus einer Hand.
Mit den Verbindungslösungen für industrielle Datenkommunikation unter den Marken Etherline, Unitronic, Hitronic und Epic Data erzielte die Lapp Gruppe ein besonders starkes Wachstum (+27 %). „Dieser Erfolg zeigt, dass unsere Kunden unsere Bemühungen honorieren. Die Lapp Gruppe wird sich auch in Zukunft als bevorzugter Partner für die physikalische Ebene der industriellen Datenkommunikation positionieren“, betont Georg Stawowy. Ein deutlich überdurchschnittliches Wachstum von 17 Prozent erbrachten auch die fertigen Kabelsysteme unter dem Namen Ölflex Connect. Auch die Initiative, spezielle Verbindungslösungen für Schienenfahrzeuge anzubieten, war weiterhin erfolgreich; Gespräche und Erprobungsprozesse bei europäischen Herstellern verliefen vielversprechend.
Eine weitere wichtige Innovation ist das modulare Rechtecksteckersystem Epic MH. Damit kann der Anwender seinen Stecker selbst konfigurieren und so verschiedene Funktionen in einem Stecker vereinen. Dafür sorgt ein Steckrahmen, der sich sowohl mit Steckermodulen von Lapp sowie Modulen des Marktstandards bestücken lässt.