A A A
| Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz
ETZ Logo VDE Verlag Logo

Füllstandsensoren im Funkmodus

01 Die Bluetooth-Funktion ermöglicht es, den Sensor aus einer Entfernung von ca. 25 m drahtlos zu bedienen

01 Die Bluetooth-Funktion ermöglicht es, den Sensor aus einer Entfernung von ca. 25 m drahtlos zu bedienen

Die drahtlose Inbetriebnahme und Diagnose bietet in der Prozesstechnik neue Möglichkeiten für ein effektives Asset Management. Gleichzeitig werden dadurch zusätzliche Angriffsmöglichkeiten auf die Anlage eröffnet, die es zuverlässig zu schützen gilt. Vega hat sich der Thematik angenommen und stellt optimale Lösungen in seinem Portfolio bereit.

Die Datenübertragung per Funk hat sich mittlerweile auch im industriellen Bereich als eine feste Größe etabliert. Hier kommen Wireless-Technologien immer dann zum Einsatz, wenn industrielle Prozesse überwacht, ausgewertet oder geleitet werden müssen. Allerdings sind die Wireless-Technologien dort nicht neu: Das WLAN der ersten Stunde leistete bereits in den 90er-Jahren einen Beitrag zu mehr Betriebssicherheit und Übertragungsstabilität, zunächst vor allem im Bereich der Logistik oder in speziellen Maschineneinsätzen. Dank der damals neuen Spreizbandtechnik galt diese Übertragung als besonders robust gegenüber elektromagnetischen Störsignalen. Der später folgende, vermehrte Einsatz in Consumer-Produkten, zum Beispiel Laptops oder Handys, hat der Technologie zu breiterer Akzeptanz bei sinkenden Kosten verholfen. Nicht zuletzt steht der Faktor „Kostenersparnis“ auch auf der Agenda der Anlagenplaner und -betreiber weit oben.
Füllstandsensoren kommunizieren via Bluetooth
Gerade in der Prozesstechnik, wo vielfach Messwerte über große Distanzen übertragen werden müssen, eignen sich Wireless-Technologien optimal. Je nach benötigter Reichweite, Grad der Anlagensicherheit oder Art des Leitsystems stehen Funktechnologien in diversen Ausführungen zur Verfügung. In schwierigen Umgebungen und Gefahrenbereichen sorgen explosionsgeschützte Varianten oder eine berührungslose Erfassungstechnik für mehr Sicherheit und Verfügbarkeit.
Auch der Bereich der Füllstandüberwachung bietet heute einfache, drahtlose Anbindungstechniken, um Messwerte kostengünstig und sicher über weite Strecken zu übermitteln. Das hat auch Vega, Hersteller von Sensoren für die Messung von Füllstand, Grenzstand und Druck in der Prozessautomatisierung, erkannt. Mit seinem aufsteckbaren Anzeige- und Bedienmodul Plicscom bietet das Unternehmen die Möglichkeit, das gesamte Portfolio kontinuierlich messender Vega-Füllstandsensoren zu konfigurieren, zu parametrieren und auch zu diagnostizieren (Bild 1). Noch recht neu ist die optionale Bluetooth-Funktion. Bluetooth eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen die Reichweite eine untergeordnete Rolle spielt und die beiden Kommunikationspartner ca. 25 m, in vielen Fällen auch mehr, voneinander entfernt sind. In solchen Fällen punktet Bluetooth für die Bedienung und Parametrierung aus der Ferne. So zum Beispiel auch bei den Füllstand- und Drucksensoren von Vega, um über kurze und mittlere Entfernungen mit ihren Bedientools zu kommunizieren. Dank Plicscom mit Bluetooth müssen hohe, schwer zugängliche Tanks nicht länger erklommen werden, um ein genaues Bild über deren aktuellen Zustand zu erhalten. Stattdessen lässt sich die Arbeit aus sicherer und geschützter Warte erledigen. Dabei kommuniziert das Bedienprogramm Pactware vom Notebook über den Vega-Bluetooth-USB-Adapter mit dem Sensor. Alternativ spricht die Vega-Tools App den Sensor über das Smartphone an. Sie gewährt so dauerhaft Zugriff auf die ermittelten Daten – von Messwert-, Ereignisspeicher- und Sensorstatus-Anzeige bis hin zu den Diagnosedaten, wie etwa der Echokurve von Radarsensoren. Weitere Vorteile: eine optimierte Darstellung im Hoch- und Querformat, Unterstützung durch grafische Darstellung und eine zu Pactware/ DTM identische Menüstruktur. Dabei bietet die Bluetooth-Technologie den Vorteil, dass sie auf einem zweiten Datenkanal basiert und somit sicher und unabhängig vom Nutzkanal arbeitet.
Weiter gereicht via Mobilfunknetz
Generell gilt allerdings auch in der Prozessindustrie: Den einen Wireless-Standard gibt es nicht. Dazu sind die physikalischen Vorteile, aber auch die ökonomischen Aspekte von Anwendungen zu unterschiedlich. So leisten mehrere Technologien jeweils ihren Beitrag zu immer höherer Anlagenproduktivität. Neben WLAN auf der Basis des Industriestandards IEEE 802 und Bluetooth hat sich bei Feldgeräten GSM/GPRS/UMTS etabliert. Als GSM/GPRS/UMTS-Funkeinheit, optional ausgestattet mit Akku und Solarmodul, liefert das Vega-Plicsmobile eine autarke Füllstandmessung an entlegenen Messstellen. Via Mobilfunkstandard bedienen sie große Reichweiten und stellen über das öffentliche Mobilfunknetz weltweite Verfügbarkeit sicher. Die Plattform ermöglicht nicht nur den Sprach-, sondern auch den Grafik- und Bilddatenaustausch und macht GSM/GPRS/UMTS damit zur idealen Verbindung geografisch weit entfernter Komponenten.
Datensicherheit und -hoheit
Ob Prozess-, Maschinendaten oder Analyseergebnisse für die Produktionsplanung: Bei der drahtlosen Übertragung geht es oftmals um sensible Daten, die es zu schützen gilt. Selbst über vermeintlich kurze Distanzen können prinzipiell unautorisierte Mobilgeräte mitlesen. So gilt auch hier, dass jede Medaille zwei Seiten hat. Zwar eröffnet die Datenbevorratung Prozessen neue Möglichkeiten und es entstehen Datenmengen, deren Analyse Betriebe in die Lage versetzt, ihre Fertigung und Logistik nachhaltig zu optimieren. Doch es gilt, mit Bedacht zu planen, damit ein Datentransfer nicht zum Know-how-Transfer wird.
Die Frage, wer die gesammelten und gespeicherten Daten nutzen darf, wird mittelfristig eine Zukunftsfrage der Industrie mit digitaler Ausprägung bleiben. Bis diese rechtssicher geklärt ist, sollte besonderes Augenmerk auf den situationsbedingt passenden Umgang mit den diversen Datenkategorien liegen. Anwender müssen mitentscheiden. Die Optionen, die drahtlos kommunizierende Vega-Prozesssensoren bieten, reichen in diesem Sinne von klassisch drahtgebunden, über die Möglichkeit einer Zutrittssteuerung mittels PIN bis hin zu einer verschlüsselten Funk- oder VPN-Verbindung. Für die Mobilfunkverbindung bieten diese Sensoren zudem verschiedene Übertragungsmöglichkeiten und Serverlösungen. Eine Option wäre es, im Netzwerk des Anwenders zu arbeiten, wo – als Local Host – nur dieser Datenzugriff hat. Doch auch Vega-Hosting ist eine interessante Variante. Hier sind die Daten jederzeit sicher, darüber hinaus versäumen Kunden kein Programm- oder Service-Update. Ergänzt durch das Vega Inventory System, behalten sie jederzeit den Überblick – und den Schlüssel zu ihren Daten in ihren Händen. (ih)

Dipl.-Ing. Holger Sack leitet das Produktmanagement bei der Vega Grieshaber KG in Schiltach. h.sack@vega.com

Dipl.-Ing. Holger Sack leitet das Produktmanagement bei der Vega Grieshaber KG in Schiltach. h.sack@vega.com