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Effiziente Planung von Niederspannungsschaltanlagen

01 Das Planungstool Hagercad unterstützt Elektroplaner und Projektleiter bei der täglichen Arbeit

01 Das Planungstool Hagercad unterstützt Elektroplaner und Projektleiter bei der täglichen Arbeit

02 Einstellung der Strichstärken sowie Farben für verschiedene Leitungstypen, hier im Besonderen Leitungen für Bussysteme

02 Einstellung der Strichstärken sowie Farben für verschiedene Leitungstypen, hier im Besonderen Leitungen für Bussysteme

03 Neunummerierung der Klemmen pro Klemmenreihe

03 Neunummerierung der Klemmen pro Klemmenreihe

04 Kopieren der Kalkulation über die Windows-Zwischenablage

04 Kopieren der Kalkulation über die Windows-Zwischenablage

Niederspannungsschaltanlagen erfordern eine sichere Planung. Dabei gilt es, die Anforderungen der DIN EN 61439 (VDE 0660-600) zu erfüllen, um den Schutz von Personen und auch der Anlage selbst sicherzustellen. Gleichzeitig sind aber auch Wünsche der Kunden zu berücksichtigen und wirtschaftliche Aspekte im Auge zu behalten. Mit der Wahl der richtigen Planungssoftware können sich Elektroplaner und Projektleiter das Leben erleichtern. Mit einem CAD-System, das sich einfach und intuitiv wie ein Office-Programm bedienen lässt und eine Vielzahl praxisgerechter Funktionen bietet, sind Sicherheit und hohe Effizienz bei der Planung von Niederspannungsanlagen kein Hexenwerk mehr.

Das Planungstool Hagercad Hagercad eignet sich für Kleinverteiler und Zähleranlagen ebenso wie für Energieverteilungen mit bis zu 1 600 A (Bild 1). Es unterstützt Elektroplaner und Projektleiter bei der täglichen Arbeit. Dabei werden automatisch die aktuellen Normen berücksichtigt und eingehalten sowie viele Arbeitsschritte automatisiert erledigt. Das Prinzip Drag-and-drop und die an gängige Windows-Programme angelehnte Benutzeroberfläche helfen die Elektroplanung schnell und problemlos umzusetzen.
In der aktuellen Version 4.0 wurden weitere Funktionen integriert, die Elektroplanern die Arbeit zusätzlich erleichtern, die Flexibilität erhöhen und den Umgang mit dem Planungstool komfortabler gestalten. Für alle wichtigen Funktionen stehen jetzt beispielsweise Kurzwahltasten (Shortcuts) zur Verfügung, zum Beispiel für Zeichenfunktionen, das Einfügen von Makros oder das Ändern der Ansicht. Die Shortcuts lassen sich gut merken, da sie an die windowsübliche Nomenklatur angelehnt sind. So steht beispielsweise Strg+S für Speichern, Strg+N für neues Projekt anlegen oder Alt+T für Text einfügen. Kreise und Rechtecke lassen sich mit Alt+C bzw. Alt+H komfortabel zeichnen, und Leitungen mit Strg+Shift+E editieren. Für Schaltkreiszonen und Beschriftungsfelder sind außerdem neue Arbeitsblätter angelegt worden. Deckblätter lassen sich jetzt auch individuell gestalten.
Vom Stromlaufplan bis zum passenden Gehäuse
Die prinzipielle Vorgehensweise beim Anlegen eines neuen Projekts ist gleich geblieben. Der Nutzer listet die benötigten Geräte in einer Tabelle auf und das Planungstool erstellt daraus dann automatisch den Stromlaufplan. Bei den Geräten lassen sich Attribute jetzt beliebig ein- oder ausschalten. Außerdem sind in der neuen Version variable Strichstärken und Farben für Kabel- und Busverbindungen möglich, was für mehr Übersicht sorgt (Bild 2). Ein Klick auf den Umschaltbutton präsentiert anschließend das Ergebnis als technische Zeichnung. Die Beschriftung der Stromkreise wird aus der Tabelle in den Stromlaufplan übernommen. Dabei besteht die Möglichkeit, bei Wechsel- und Drehstromabgängen unterschiedliche Leitungstypen auszuwählen. Außerdem ist direkt im Stromlaufplan eine Beschriftungsmöglichkeit für Vorsicherungen bzw. FI-Schalter vorgesehen.
Komfortabel gestaltet sich schon immer die Auswahl der passenden Klemmen, da die integrierte Klemmenauswahlhilfe alle Leitungsquerschnitte selbsttätig berücksichtigt.
Bei den Eigenschaften der Abgänge kann jetzt auch mit Phasen auf Klemmen zusätzlich N+PE als Direktanschluss ausgewählt werden. Auch bei der Neunummerierung von Klemmen gibt es Verbesserungen: Es kann jetzt die zu nummerierende Klemmleiste an- bzw. abgewählt werden (Bild 3). Die automatisch erstellten Stromlaufpläne lassen sich bei Bedarf konvertieren oder manuell weiterbearbeiten sowie über den Symboleditor mit eigenen Schaltzeichen versehen. Alle Artikel, die im Aufbauplan zu sehen sind, können bemaßt werden. Interessant für größere Niederspannungsschaltanlagen ist die Möglichkeit der neuen Version, bei Bedarf auch mehrere Einspeisungen über die Zwischenablage per Copy-and-paste hinzuzufügen.
Ist der Stromlaufplan erstellt, errechnet das Planungstool automatisch das passende Schrankgehäuse. Das Programm kennt die Maße aller Einbaugeräte und schlägt nur Baugrößen vor, in die alles hineinpasst. Abfragen zur Lage der Einspeisung und der Abgangsklemmen sowie zu Platzreserven und Schutzart erleichtern die Auswahl. Zubehörteile wie Sockel und transparente Türen können mit einem Klick hinzugefügt werden.
Verlustleistungs- und Wärmeberechnung
Eine besondere Arbeitserleichterung bringt die automatisierte Verlustleistungs-/Wärmeberechnung nach DIN EN 61439 (VDE 0660-600). Diese berücksichtigt alle Stromflüsse des Stromlaufplans, sämtliche Einbaugeräte mit den jeweils spezifischen Verlustleistungen sowie die Schrankeigenschaften und Abkühloberflächen. Sogar die Aufstellungsart ist mit einbezogen, denn frei im Raum stehend führt die Niederspannungsverteilung mehr Wärme ab als beim Wandeinbau. Bei der neuen Softwareversion wird dabei die Verlustleistung bei der Verwendung von Anreihstandschränken ohne Trennwand automatisch wie bei nur einem Gehäuse berechnet. Alle Daten sind außerdem tabellarisch erfasst und lückenlos dokumentiert. Beim Ausdrucken kann neuerdings die 3D-Ansicht bei allen Schrankansichten generiert werden.
Ebenfalls integriert ist ein Kalkulations- und Stücklistenmodul. Dieses ermittelt automatisch die Bruttopreise; Nettopreise und Rabatte können natürlich ebenfalls hinterlegt werden. Die Kalkulation lässt sich ebenso wie die Stücklisten über die Windows-Zwischenablage kopieren (Bild 4) und zum Beispiel in Excel einfügen. Bei der Gestaltung der Etiketten für die einzelnen Komponenten gibt es jetzt ebenfalls mehr Auswahlmöglichkeiten.
Einfaches Upgrade
Das Upgrade auf Hagercad 4.0 ist einfach. Der Nutzer installiert die neue Version am besten, ohne die alte Version zu deinstallieren, da beide parallel auf einem PC benutzt werden können und aufwärtskompatibel sind. Elektrofachbetriebe, die die Möglichkeiten des leistungsfähigen Planungstools nutzen und sich mit allen Tipps und Tricks vertraut machen wollen, werden von Hager umfangreich unterstützt, zum Beispiel mit kostenlosen Online- oder Präsenzseminaren in unterschiedlichen Regionen sowie in den Werken Blieskastel und Ottfingen. Für das Selbststudium stehen kostenlos PDF-Dateien zum Download bereit. (mh)

Hans-Guenther Junk ist im Trainings- und Informations-Center der Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG in Blieskastel tätig. hansguenther.junk@hager.com