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02.10.2018

SMC als Trendsetter der pneumatischen und elektrischen Automatisierung

SMC-Geschäftsführer Ralf Laber bei der Begrüßung

SMC-Geschäftsführer Ralf Laber bei der Begrüßung

Das Industrial Application Center (IAC) bei SMC in Egelsbach

Das Industrial Application Center (IAC) bei SMC in Egelsbach

Am 11. September gewährte SMC Deutschland ausgewählten Fachredakteuren einen Blick über die Schulter. Verschiedene Versuchs- und Messaufbauten sowie Prototypen demonstrieten den Besuchern im Industrial Application Center (IAC) in Egelsbach mit welchen Themen sich der Hersteller, Partner und Lösungsanbieter für pneumatische und elektrische Automatisierungstechnik für die Zukunft rüstet. Industrie 4.0, Miniaturisierung und Effizienzsteigerung standen dabei im Vordergrund.

In seiner Eröffnungsrede fasste Ralf Laber, General Manager von SMC Deutschland, die 40-jährige Erfolgsgeschichte des Unternehmens stichpunktartig zusammen. Von ehemals 5 auf heute 745 Mitarbeiter hat sich SMC Deutschland zum führenden Hersteller, Partner und Lösungsanbieter kundenspezifischer Automationslösungen entwickelt. Das Produktportfolio reicht vom Ventil bis zum Temperiergerät mit mehr als 12.000 Basismodellen und über 700.000 Varianten für unterschiedlichste Industriebranchen.
Nach seinen Worten unterstreichen das bereits vor 10 Jahren erbaute German Technical Center (GTC) sowie das 2014 in Betrieb genommene Industrial Application Center (IAC) den Anspruch von SMC, Trendthemen der Branche früh zu erkennen und mit Innovationen eine technische Vorreiterrolle zu übernehmen. Weil dies schon seit Jahren gut gelingt, hat die japanische Muttergesellschaft zuletzt kräftig in den Standort Deutschland investiert. Neben dem Bau des IAC, in dem Kundenentwicklungen erprobt werden, flossen auch beträchtliche Anteile in die Modernisierung der Produktion. Davon konnten sich die Besucher bei einem nachmittäglichen Rundgang selbst überzeugen.

Vernetzung, Miniaturisierung und mehr Effizienz
Fünf Vorträgen erlaubten einen tieferen Blick in die Technologie und einen intensiven Austausch mit den Experten. So verdeutlichte Thorsten Hergenröther, Innovation Engineer bei SMC Deutschland, am Beispiel von Ventilen in welche Richtung die Entwicklungen bei SMC schon seit langem gehen: kleiner, leichter, effizienter. Beispielsweise bieten die aktuellen New SY-Ventile eine drei Mal höhere Durchflussleistung als ihre Vorgängergenerationen – und das bei einem Viertel weniger Gewicht und fast 20 % geringerer Einbaubreite.
Unter der Überschrift „Ein digitaler Zwilling macht auf sich aufmerksam“ referierte Sven Haindl über Industrie 4.0 – Automatisierung in der Praxis. Oliver Prang hingegen widmete sich dem Thema „Datenfalle Big Data und die vier „V's“. Mit seinem Vortrag „Konvergente exponentielle Technologie für die Digitalisierung“ berichtete Christoph Müller von Beck IPC über die gemeinsam mit SMC entwickelte Kommunikationslösung. Mit der lassen sich elektronische Produkte visualisieren, auswerten und überwachen, ohne dass man dafür in vorhandene Maschinensteuerungen eingreifen muss. Die App wird auf den ALDS-Panels von SMC mithilfe der com.tom-Gateways von Beck IPC grafisch darfgestellt.
Hier ein detaillierter Bericht dazu.

Automationslösungen von morgen
Insgesamt 13 Stationen zeigten im IAC, was heute in der modernen Automation möglich ist, und was schon in Kürze möglich sein wird. Besonders stark frequentiert waren die Ionisierer-Station, eine Future-Station mit brandaktuellen Produkten und Prototypen sowie eine große, komplett funktionsfähige Roboterzelle. Die zeigte das perfekte Zusammenspiel modernster Ventiltechnik mit servopneumatischen Antrieben, die über Industrial Ethernet und Feldbustechnik in die SPS eingebunden sind, am Beispiel eines imposanten Schweiß-Roboters der 180 Kilogramm-Klasse.
Einen Blick in die Zukunft konnte man bei der Vorstellung der allerneuesten Produktentwicklungen werfen: Angefangen bei den Energy Efficiency ISO-Zylindern, über die drahtlosen Feldbussysteme EX600-W, stellte Olaf Hagelstein, Product Manager bei SMC Deutschland, weiterhin mit dem Positionssensor D-MP mit IO-Link-Technologie und mit verschiedenen Schwenkantrieben sowie mit dem Magnetgreifer der Serie MHM topaktuelle Neuentwicklungen vor. Letztere sind aktuell noch nicht auf dem deutschen Markt erhältlich. Sie sollen der Fachwelt demnächst als äußerst interessante Alternative für das besonders schonende und energiesparende Handling magnetisierbarer Werkstücke ausführlich vorgestellt werden.
Einen weiteren wichtigen Aspekt rund um die Industrie 4.0-Thematik behandelte die immer engere Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Wo Mensch und Roboter immer enger Hand in Hand arbeiten, fällt die Maschinensicherheit stärker ins Gewicht. Mit einer Reihe validierter Produkte begegnet SMC den dabei bestehenden Risiken mit Funktionen wie „Sicheres Entlüften“, „sicherer Stopp“, „Zweihandbetätigung“ oder „Schutz vor unerwartetem Anlaufen“.

Rundgang durch Produktion und Labor
Am Nachmittag standen die Rundgänge durch Zentrallabor und Produktion auf dem Programm. Marius Pulter, Manager Production bei SMC Deutschland, empfing seine Gäste beim Rundgang durch Produktion und Endmontage gleich mit beeindruckenden Zahlen: Aktuell umfasst der Maschinenpark von SMC Deutschland rund 40 Fertigungsmaschinen. Mehr als die Hälfte davon nicht älter als zwei Jahre. Darunter modernste 4- und 5-Achsmaschinen, CNC-Bearbeitungsdreh- und -fräszentren sowie ein automatischer Werkstückspeicher, der mit Hilfe eines 2-achsigen Linearmoduls ein angeschlossenes 5-Achs-Bearbeitungszentrum vollautomatisch mit Werkstück-Rohlingen versorgt. „Wunschtermine einhalten und schnelle Zustellung garantieren – diese beiden Ansprüche will SMC durch den sehr flexiblen und hocheffizienten Maschinenpark erfüllen“, beschreibt er die Ziele. Bereits heute seien viele Standardprodukte wie Ventile, Greifer und Zylinder Lagerware – und damit sofort lieferbar. Nicht vorrätige Produkte könnten innerhalb kurzer Zeit in die Produktion eingeplant werden und sind in dringenden Fällen ebenfalls schnell verfügbar. Bestellungen, die vor 12:00 Uhr eingehen, werden noch am selben Tag erfasst, kommissioniert und versendet. Später eingehende Bestellungen werden ebenfalls taggleich erfasst und am nächsten Arbeitstag kommissioniert und verschickt. „Im ungünstigsten Fall heißt das, lagerhaltige Produkte sind spätestens am zweiten Werktag nach der Bestellung beim Kunden“, erklärt der Produktionsverantwortliche nicht ohne Stolz.

Rundgang durchs Zentrallabor
In einem zweiten Rundgang durch das Egelsbacher Zentrallabor standen die Themen Messen und Prüfen im Vordergrund. Als besonders anziehend erwies sich hier die große Klimakammer samt Klimaschrank. Eigentlich dienen sie dazu, durch Umweltsimulationen die Funktionalität oder die Grenzen der Belastbarkeit von Produkten zu ermitteln. Ob also noch Schieber bei -45 °C, oder elektronische Komponenten bei 98 % relativer Luftfeuchte funktionieren. Beim Anblick der verlockenden -15 °C in der Klimakammer wollten viele Besucher einen ganz anderen Blick in die Zukunft werfen: Angesichts der warmen Temperaturen und vom langen, heißen Sommer geplagt, nutzten viele die Chance, sich für kurze Zeit in den winterlichen Temperaturen der Klimakammer abzukühlen.