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06.11.2018

Industrielle Bildverarbeitung auf Rekordniveau

„In den letzten zehn Jahren hat sich der Umsatz der deutschen Bildverarbeitungsindustrie verdoppelt. Zwischen 2013 und 2017 ist die Branche durchschnittlich um 13 % pro Jahr gewachsen, letztes Jahr allein in Höhe von nahezu 18 %. Für 2018 rechnet der VDMA nach aktuellen Umfragen damit, dass das Rekordniveau von 2,6 Mrd. € gehalten wird“, sagte Dr. Klaus-Henning Noffz, Vorsitzender des Vorstands der VDMA-Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung und CEO der Silicon Software GmbH, anlässlich der Eröffnung der Vision, Weltleitmesse der Bildverarbeitung.

Die zu erwartende Umsatzsituation für 2018 ist auf zyklische Effekte zurückzuführen: Die Elektronik- und Automobilindustrie hatte letztes Jahr massiv in neue Fertigungen investiert. Verunsicherungen aus Weltpolitik und Globalwirtschaft drücken zusätzlich auf die Investitionslaune. Darüber hinaus mangelt es an Fachkräften. „Trotz aller Herausforderungen ist die Stimmung in der Branche gut und der Wachstumstrend wird sich grundsätzlich fortsetzen. Die Bildverarbeitung ist in der Produktion fest etabliert und erobert sich ständig neue Anwendungsfelder, auch außerhalb des Fabrikumfeldes – im ständigen Einsatz für verbesserte Qualität, höhere Zuverlässigkeit und mehr Sicherheit. Embedded Vision in Kombination mit Deep Learning setzt weitere Wachstumsimpulse“, äußerte Klaus-Henning Noffz.

Schlüsselkomponente im weltweiten Automatisierungswettlauf
Bildverarbeitung ist Schlüsseltechnologie für die Automatisierung weltweit geworden. Maschinen können dank Bildverarbeitung „sehen und verstehen“. Das führt nicht nur zu höchster Produktqualität, sondern auch zu einer höheren Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit im Kontext von Industrie 4.0 indem stabile und effiziente Prozesse sowie Flexibilität und Intelligenz in der Fertigung ermöglicht werden.

Nicht-industrielle Branchen auf dem Vormarsch
Darüber hinaus erobert sich die Bildverarbeitung stetig neue Absatzmärkte und Anwendungsfelder. 2017 betrug der Anteil des Umsatzes der deutschen Bildverarbeitungsindustrie in nicht-industriellen Branchen bereits 26 Prozent; der Umsatz wuchs um 16 Prozent. Wachstumstreiber waren insbesondere die Bereiche Sicherheit & Überwachung, Intelligente Verkehrssysteme, sowie Medizinische Diagnoseapparate und Operationstechnik.

Automobilindustrie bleibt größter Abnehmer
Aufgeschlüsselt nach Branchen bleibt die Automobilindustrie weltweit stärkster Kunde für die deutsche Bildverarbeitungsindustrie mit 19 % Anteil am Gesamtumsatz. Der Umsatz von Industrieller Bildverarbeitung stieg hier im Jahr 2017 um 20 %. Der Umsatz in der verarbeitenden Industrie ohne Automobil wuchs um 17 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Elektro-/Elektronikindustrie – einschließlich Halbleiter – war mit einem Anteil von 16 % der zweitgrößte Kunde und wieder wichtiger Wachstumstreiber. Sie erhöhte 2017 ihren Einsatz von Industrieller Bildverarbeitung um 48 %.

Wachstumstreiber Asien
Deutschland bleibt wichtiger Absatzmarkt: 33 Prozent des Umsatzes wurde in Deutschland erzielt, 8 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage in Europa (ohne Deutschland) wuchs um 1 Prozent. Exporte nach Asien, vornehmlich China, legten um 47 Prozent zu. China war mit 14 Prozent der wichtigste Exportmarkt (plus 56 Prozent), gefolgt von Nordamerika (plus 25 Prozent im Vergleich zu 2016).

Rekordumsatz von Kameras
Der Umsatz der Bildverarbeitungskomponenten wuchs 2017 um fast 24 %. Wichtigste Komponente mit einem Anteil von 29 % am Gesamtumsatz der deutschen Bildverarbeitungsindustrie sind die Kameras. Der Umsatz wuchs 2017 um 28 %. Etwas weniger dynamisch entwickelte sich mit einem Wachstum von 13 % der Umsatz von Bildverarbeitungssystemen.