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Elektronische Verschlusssysteme sorgen für Sicherheit

01 Die elektronische Verschlusslösung Agent-E für Data Center

01 Die elektronische Verschlusslösung Agent-E für Data Center

02 Das System „eCam“ lässt sich zum Beispiel an Klappen im Maschinenbau einsetzen

02 Das System „eCam“ lässt sich zum Beispiel an Klappen im Maschinenbau einsetzen

03 Mit elektronischen Verschlusssystemen lassen sich alle Vorgänge am Schrank dokumentieren

03 Mit elektronischen Verschlusssystemen lassen sich alle Vorgänge am Schrank dokumentieren

Ob auf Schaltschrankebene, im Maschinenbau, im Rechenzentrum oder im Büro – die Anforderungen an die Sicherheit steigen und mit ihnen der Bedarf, Zugriffe von zentraler Stelle aus zu kontrollieren bzw. zu überwachen. Neben dem Schutz sensibler Daten und Güter spielt auch die Sicherheit von Personen, zum Beispiel an Maschinen, eine zunehmend wichtige Rolle. Hier kommen die Entwickler von Verschlusslösungen ins Spiel. Sie sind gefordert, clevere Lösungen zu präsentieren.
Verschlüsse von Schaltschränken und Gehäusen im Maschinenbau müssen unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Gefragt sind eine schnelle Montage und einfache Installation, die komfortable Bedienung und vor allem ein sicheres Schließsystem. Bis vor wenigen Jahren wurden zum Verschließen von Schränken, Türen oder Klappen noch ausschließlich klassische Mechanismen eingesetzt: herkömmliche Schwenkhebel oder Vorreiber mit Zunge. Doch der Bedarf an elektromechanischen Verschlusslösungen steigt – spätestens seitdem der Schutz von Daten und Gütern im Allgemeinen ein erhöhtes Interesse erfährt.
Elektronische Verschlüsse bieten im industriellen Umfeld einen hohen Schutz vor ungewollten Zugriffen. Zum einen sichern sie hochsensible Elektronik in Schaltschränken, zum anderen schützen sie Personen in sicherheitsgefährdenden Bereichen einer Maschine. Vor der Umstellung auf solche Systeme bzw. deren Neuinstallation müssen Unternehmen heute nicht mehr zurückschrecken. Klassische Schließmechanismen lassen sich innerhalb kurzer Zeit durch elektromechanische Verschlüsse ersetzen oder ergänzen und zu einem intelligenten Schließsystem kombinieren.
Zu den Pionieren in diesem Bereich gehört das Unternehmen Emka Beschlagteile. Die Verschlussexperten haben Lösungen für verschiedene Anwendungsbereiche entwickelt. Damit reagieren sie auf zunehmende Anfragen ihrer Kunden aus unterschiedlichen Branchen, wie die folgenden Anwendungsbeispiele zeigen.
Sicherheit in Rechenzentren
Vor allem Rechenzentren sind aufgefordert, ihre Serverracks gegen ungewollte Zugriffe zu sichern – nicht nur digital durch komplizierte Verschlüsselungen oder Firewalls, sondern auch physikalisch. Zur Sicherung von Serverschranktüren bietet sich eine Kombination aus elektromechanischem Griff, Software und Funktechnik an. Emka hat mit „Agent E“ bereits bei zahlreichen Kunden ein solches System im Einsatz (Bild 1). Dieses Sicherheitssystem ermöglicht einen personalisierten Zugriff auf den Schrank sowie eine permanente Überwachung und Kontrolle der Öffnungs- und Schließvorgänge. Dem Betreiber des Rechenzentrums werden in Echtzeit alle Informationen zum aktuellen Zustand der Serverschranktüren in seinem Managementsystem angezeigt. Sämtliche Öffnungs- und Schließvorgänge protokolliert das System lückenlos. Über die Software Control Cockpit verwalten die Betreiber von Rechenzentren ihre Zugangsberechtigungen und definieren Nutzerprofile, fügen Mitarbeiter hinzu oder entfernen sie. Das einfach erweiterbare System stellt die Betriebszustände übersichtlich dar und meldet Störungen umgehend an den Betreiber. Durch die Anbindung an das kundeneigene Netzwerk lässt sich das Sicherheitssystem von jedem Ort aus bedienen und steuern.
Ein kontrollierter Zugang für autorisierte Personen zu Serverracks ist in mehrfacher Hinsicht realisierbar. Um beispielsweise Serverschranktüren von hochsensiblen Bereichen zu öffnen, müssen sich die Mitarbeiter ausweisen und eine Zugangsberechtigung besitzen. Die Autorisierung erfolgt kontaktlos mit einem RFID-Datenträger. Der im Griff integrierte Leser liest die RFID-Karte oder den RFID-Coin und identifiziert darüber den Benutzer. Mehr als 1 000 Griffe lassen sich im gleichen System verwalten. Je nach Wunschlösung kann die Ansteuerung des Verschlusses auch mithilfe einer App, eines Pin-Code-Pads, eines Fingerprint-Sensors oder per Handvenen-Scanner, via Remote Access oder Near Field Communication (NFC) erfolgen. Da das System individuell an den Kunden anpassbar ist, je nachdem, wie er den Verschluss elektronisch ansteuern möchte, sind eine Vielzahl von Anwendungsfällen möglich.
Schaltschrank im Maschinenbau
Der gesicherte und kontrollierte Zugriff auf Türen und Klappen ist eine Problematik, die im industriellen Sektor schon lange Thema ist. Denn genau wie im Rechenzentrum werden auch Maschinenabdeckungen und Schaltschränke in der Regel über ein Verschlusssystem mittels klassischem Vorreiber bzw. Drehriegel verriegelt. Die Crux: Unbefugte können sich leicht Zugang zu der sensiblen Technik verschaffen. Um die Sicherheit im Maschinen-, Gehäuse- und Schaltschrankbau um ein Vielfaches zu erhöhen, greift auch hier das Konzept elektronischer Verschlusssysteme.
Erst kürzlich hat Emka sein Portfolio an elektronischen Verschlusssystemen um die Lösung „eCam“ (Bild 2) ergänzt: Ein elektromechanischer Zungenverschluss, der im Innern des Schranks angebracht wird, sichert Türen, Klappen und Co. vor unbefugtem Öffnen – sei es zum Schutz vor Diebstahl oder Sabotage oder in lebensgefährlichen Sicherheitszonen wie an Schaltschränken oder Maschinen. Denn an gefährlichen Maschinen spielt der Personenschutz eine wesentliche Rolle. Auch hier gilt es, den Zugang zu lebensgefährlichen Bereichen zu kontrollieren und gegebenenfalls zu dokumentieren. Bei Bedarf kann „eCam“ in den Sicherheitskreis einer Maschine eingebunden werden, um die Öffnung erst dann zu ermöglichen, wenn die Maschine stromlos steht.
Eine weitere Lösung für die Sicherung von Türen und Klappen im Maschinenbau ist die universell einsetzbare Einpunktverriegelung. Sie schützt die Mitarbeiter vor Unfällen in sicherheitsgefährdenden Bereichen. Der von außen nicht sichtbare Verschluss ist in verschiedenen Varianten erhältlich. Bei der Basic-Variante öffnet sich die Verriegelung, sobald die Energieversorgung eingeschaltet wird. Schließt die Tür, ist sie wieder verriegelt. Bei der Ausführung „delayed Re-Lock“ bleibt die Verriegelung nach Einschalten der Energieversorgung in der Position „offen“. Die Tür öffnet und schließt somit ohne Einschränkung. Der Verschluss ist erst dann in der Verriegelungsposition, wenn die Energieversorgung abgeschaltet wird. Eine zu diesem Zeitpunkt geschlossene Tür wird verriegelt, eine geöffnete Tür verriegelt beim nächsten Schließen. Bei der dritten Variante „Energy store“ öffnet sich die Verriegelung, sobald die Energieversorgung unterbrochen wird.
Neben der Einpunktverriegelung eignet sich auch der Schwenkgriff 1150 mit elektromechanischer Entriegelung zum Verschließen von Schalt- und Serverschränken. Eine integrierte LED zeigt an, ob er freigeschaltet ist und somit geöffnet werden kann. Der elektromechanische Griff ist sowohl für den klassischen Türausschnitt mit den Maßen 25 mm × 150 mm als auch für Profile mit geteilten Lochbildern einsetzbar. Bei einem Stromausfall kann der Nutzer den Griff manuell mit einem Schlüssel öffnen.
Auch Kabelverzweiger im Fokus der Angreifer
Jedem von uns sind schon einmal die zahlreichen Kästen am Straßenrand aufgefallen. Es handelt sich um Multifunktionsgehäuse bzw. Kabelverzweiger. Sie haben unter anderem die Funktion, Telefon, Internet und TV-Signale in die Häuser zu bringen. Auch die Wasserversorgung, die Verkehrsverwaltung, die Deutsche Post und Stromversorger beheimaten ihre Infrastruktur in solchen Kästen. Kurz gesagt: Es handelt sich um sensible Einrichtungen, die aufgrund ihrer Bedeutung für das Allgemeinwohl jedoch zum beliebten Ziel von Angreifern geworden sind. Mutwillige Zerstörungen durch Vandalismus sind hier an der Tagesordnung. Damit kommt dem Verschluss an diesen Gehäusen eine besondere Bedeutung zu. Einerseits muss er mechanisch stabil sein. Hierzu gehört eine Prüfung nach dem RC2-Standard (Widerstandsklasse). Andererseits sollten die Verschlüsse elektronisch überwacht werden, um bei unbefugter Öffnung in der Zentrale Alarm auszulösen. Damit sind konventionelle Schlüssel keine Option mehr. Eine geeignete Autorisierungseinheit (Kartenleser) muss sicherstellen, dass nur berechtigte Personen den Schrank öffnen.
Zentrale Zugangskontrolle und Permanent-Monitoring
Generell lässt sich zwischen elektromechanischen Verschlüssen, wie Griffen/Verriegelungen, und kompletten Systemlösungen zur Zutrittskontrolle und Schranküberwachung unterscheiden. Bei Systemlösungen spielt die Nachweisbarkeit eine wesentliche Rolle. Ein Beispiel: Öffnet jemand ein Multifunktionsgehäuse ohne vorherige Authentifizierung mittels elektronischer ID-Karte, wird die Zentrale unmittelbar informiert und kann reagieren. Die Zentrale kann zudem mittels Software erkennen, zu welchem Zeitpunkt jemand versucht hat, den Schrank bzw. das Gehäuse zu öffnen und ob dieser berechtigt war oder nicht. Diese Software verwaltet somit alle Zugangsberechtigungen und dokumentiert jeden Öffnungs- und Schließvorgang. Dadurch ist jederzeit genau nachzuvollziehen, welcher Pin bzw. welche Karte eingesetzt wurde (wer), zu welchem Zeitpunkt die Öffnung erfolgte (wann) und welcher Verschluss (wo) geöffnet oder geschlossen wurde.
Eine solche elektronische Systemlösung besteht aus dem elektromechanischen Verschluss, einer Vorrichtung für die Zugangskontrolle und zusätzlichen Komponenten zur Schranküberwachung sowie Steuerung des gesamten Systems. In Kombination mit einem umfassenden „Electronic Locking und Monitoring“-System (ELM) erhält der Anwender eine nahezu 100 % sichere Verschlusseinheit, die er überwachen und lückenlos dokumentieren kann. Die Verschlüsse werden dazu an eine Locking Unit angeschlossen. Sie ist mit einer zentralen Steuereinheit (Control Unit) verbunden. „In der Control Unit sind alle Informationen abgespeichert – Berechtigungen, Nutzer, Kartenangaben, Pin Codes“, erklärt Jörg Schultheis, Product Manager für den Geschäftsbereich Electronics bei Emka. Zur Öffnung über einen Pin Code ist das System mit Griff, Keypad, Locking Unit und Control Unit bereits komplett. Der Anwender wählt die entsprechende Türnummer auf der Tastatur und gibt den Pin Code ein, um die Tür zu öffnen. Soll die Zugangskontrolle über Karten erfolgen, werden Kartenleser über eine Access Unit in das System integriert. Hält der Mitarbeiter seine Karte vor den Kartenleser, öffnet sich die gewünschte Verriegelung, sofern er zu diesem Zeitpunkt dafür freigeschaltet ist.
Fazit
Mit den Themen Sicherheit und Monitoring sollten sich Unternehmen und Rechenzentren nicht nur auf reiner IT-Ebene beschäftigen. Die physikalische Sicherheit von Schalt- und Steuerschränken ist mindestens genauso wichtig. Der Betreiber eines Rechenzentrums zum Beispiel muss alle Vorgänge am Schrank gegenüber seinen Kunden und Auditoren nachvollziehbar belegen können (Bild 3). Er benötigt ein Überwachungssystem, das mehr als nur die Eingangstür des Data Centers überwacht und Alarm schlägt, sobald verdächtige Handlungen vorgenommen werden.
Spätestens seit dem Inkrafttreten der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung ist nahezu jedes Unternehmen gefordert, seine Daten ausreichend zu schützen – digital wie physikalisch. „Es gibt viele Gründe, die häufig vorhandenen mechanischen Verschlüsse nachzurüsten oder durch elektronische Systeme zu erweitern“, resümiert J. Schultheis. „Emka bietet ein großes Portfolio an elektromechanischen Verschlusslösungen an, die für zahlreiche Branchen geeignet sind und eine zentrale Überwachung sensibler Daten und Systeme gewährleistet – auch zum Schutz von Personen an gefährlichen Anlagen und Maschinen.“ (mh)

Dr. Ralph Kloth ist als Leiter Vertrieb und Marketing für die Emka Beschlagteile GmbH & Co. KG in Velbert tätig. r.kloth@emka.de

Dr. Ralph Kloth ist als Leiter Vertrieb und Marketing für die Emka Beschlagteile GmbH & Co. KG in Velbert tätig. r.kloth@emka.de