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03.02.2019

Ziehl-Abegg wächst weltweit um 8,1 %

Der Motoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg ist erneut überdurchschnittlich gewachsen: Um 8,1 % hat das Unternehmen 2018 auf 584 Mio. € entsprechend vorläufiger Zahlen zugelegt. Im Vorjahr waren es 540 Mio. € gewesen. Die Umsatzzahlen werden maßgeblich getrieben durch das starke Wachstum des Ventilatorengeschäfts in der Lufttechniksparte. Das süddeutsche Unternehmen hat das Plus erneut ohne Zukäufe geschafft.

Ein Meilenstein in der Firmengeschichte ist der Start einer eigenen Kunststofffertigung im Gewerbepark Hohenlohe (Deutschland). Hochkomplexe Werkzeuge ermöglichen die Umsetzung aufwändiger Geometrien bei Kunststoffventilatoren. „Dadurch können wir noch besser Erkenntnisse aus der Natur auf unsere Produkte übertragen“, erklärt Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl die bionischen Ansätze. „Die Bionik hilft uns, die CO2-Bilanz unserer Produkte noch weiter zu verbessern“, so Fenkl. Ein Vorteil für die Kunden ist, dass Ziehl-Abegg inhouse drei Technologien – Stahl, Aluminium und Kunststoff – anbietet. „Das unterscheidet uns von den Wettbewerbern.“

„Wir spüren zwei Effekte: In aufstrebenden Ländern kommen die Impulse aus Neubauten, in Ländern wie Deutschland verlagert sich der Umsatz in die Sanierung und Verbesserung bestehender Anlagen in Altbauten“, betont P. Fenkl. Dies gelte sowohl für die Lufttechnik wie für die Antriebstechnik. In der Antriebstechnik ist der Umsatztreiber der Aufzugsantrieb Zatop. „Die Kunden schätzen die Zuverlässigkeit der Produkte und unseren schnellen und unkomplizierten Service“, unterstreicht P. Fenkl.

Automotive mit neuem Schwung durch Einzelradaufhängung

Die Zeichen für den Verkauf des elektrischen Radnabenantriebs für Stadtbusse, Zawheel, sind positiv. Allerdings blieb die Dynamik im abgelaufenen Jahr hinter den Erwartungen zurück. „Die neue Generation mit zwei Leistungsstufen und einem integrierten Steuerungsmodul wird allerdings so positiv im Markt angenommen, dass wir unsere Planung für 2019 nach oben korrigiert haben.“ Aushängeschilder sind Doppeldeckerbusse, die für Stadtrundfahrten in Paris, London, Amsterdam oder Berlin eingesetzt werden.

Die im September auf der IAA Nutzfahrzeuge vorgestellte Einzelradaufhängung für den getriebelosen Elektromotor Zawheel hat die Anwendung auch für andere Nutzfahrzeuge sehr interessant gemacht. „Die zeitlichen Vorläufe im Automotive-Bereich sind anders als im klassischen Maschinenbau“, streckt Fenkl mögliche Umsatzauswirkungen. Das Interesse bekannter Nutzfahrzeughersteller war jedenfalls beachtlich.

Mitarbeiterzahl steigt weltweit von 3900 auf 4100

Da Ziehl-Abegg weltweit eine große Fertigungskompetenz und -tiefe aufweist, hat sich das Umsatzplus auch auf die Zahl der Beschäftigten ausgewirkt. „Wir sind in Deutschland um 50 auf 2250 Mitarbeiter gewachsen“, freut sich der Vorstandschef. Weltweit arbeiten nun 4100 Menschen für das Unternehmen (Vorjahr: 3900). Um auch künftig qualifizierte Mitarbeiter an Bord zu haben, hat Ziehl-Abegg die duale Ausbildung weiter internationalisiert: Nun wird sowohl in Ungarn, Spanien, Brasilien und auch in den USA dual ausgebildet. In Deutschland ist Ziehl-Abegg im vergangenen Jahr bei einer bundesweiten Studie als bestes Ausbildungsunternehmen der Elektroindustrie ausgezeichnet worden.

Der Aufzugsmotor Zatop ist ein Umsatztreiber bei der Antriebssparte von Ziehl-Abegg (Bild: Ziehl-Abegg)