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Infrarotfenster beschleunigt Schaltschrankinspektion

01  Mithilfe des Flir-Infrarotfensters kann man eine thermographische Inspektion durchführen, ohne den Schaltschrank zu öffnen

01  Mithilfe des Flir-Infrarotfensters kann man eine thermographische Inspektion durchführen, ohne den Schaltschrank zu öffnen

Thermografische Untersuchungen mit Wärmebildkameras sind im Elektrobereich zum wichtigsten Mittel der zustandsorientierten Instandhaltung geworden. Aber das Arbeiten in der Nähe hoher Spannungen setzt die Inspektoren hohen Risiken aus. Beispielsweise ist das Öffnen von elektrischen Schaltschränken für thermografische Inspektionen sowie Sichtprüfungen von Komponenten während des Betriebs gefährlich, da das Personal möglicherweise lebensbedrohenden Lichtbogenüberschlägen ausgesetzt wird. Um das Risiko zu minimieren, bietet Flir ein Infrarotfenster an, das als Schutzschild zwischen Mensch und dem spannungsführenden Betriebsmittel angebracht werden kann. Damit müssen Schaltschränke für eine Inspektion nicht mehr geöffnet werden (Bild 1).

02  Die verschiedenen Komponenten des Infrarotfensters

02  Die verschiedenen Komponenten des Infrarotfensters

03  Das Infrarotfenster wird einfach in ein 60,3 mm großes Loch geschoben

03  Das Infrarotfenster wird einfach in ein 60,3 mm großes Loch geschoben

04  Zähne auf der Wandinnenseite des Pirma-Lock-Schraubrings sorgen für festen, dichten Halt

04  Zähne auf der Wandinnenseite des Pirma-Lock-Schraubrings sorgen für festen, dichten Halt

05  Das Infrarotfenster dient als robustes Schutzschild zwischen Menschen sowie dem spannungsführenden Betriebsmittel und hat eine lebenslange Garantie

05  Das Infrarotfenster dient als robustes Schutzschild zwischen Menschen sowie dem spannungsführenden Betriebsmittel und hat eine lebenslange Garantie

Um die Personen, die an spannungsführenden Anlagen arbeiten, vor der Gefahr eines potenziellen Lichtbogenüberschlags zu schützen, hat Flir [1] die IR-Inspektionsfenster (Bild 2) entwickelt. Sie fungieren als zusätzliche Sicherheitsbarriere und lassen sich einfach installieren sowie einsetzen. Für den Rahmen stehen eloxiertes Aluminium oder – um etwaige Probleme mit unterschiedlichen Metallarten zu vermeiden – die robuste Edelstahlausführung zur Auswahl.

Die Sicherheit der Inspektoren ist natürlich der Hauptgrund für den Einbau eines Infrarotfensters, denn damit lassen sich viele der Lichtbogenüberschläge auslösenden Faktoren ausschalten. Daneben ergeben sich aber auch Kosteneinsparungsmöglichkeiten durch die deutlich kürzere Inspektionsdauer bei gleich­zeitig effizienteren Bewertungen nach den NFPA-70-E-Richtlinien. Außerdem ist für Unter­suchungen nur eine anstatt drei Personen erforderlich – und schwere persönliche Schutzausrüstung ist ebenfalls nicht notwendig.

Klarer Durchblick – auch für Infrarot

Als Fenstermaterial wäre Glas allerdings für Wärmebildaufnahmen ungeeignet, da es für Infrarotstrahlung fast vollkommen undurchlässig ist. Daher setzt Flir ein spezielles Material auf der Basis von Kalziumfluorit ein. Dank dieses Breitband-Kristalls können die Kameras Tageslichtbilder ebenso wie Wärmebilder aufnehmen. Außerdem passiert das Licht von Laserpointern und LED-Leuchten das Material ungehindert, sodass bessere visuelle Bewertungen möglich sind. ­

Da die Infrarotfenster sowohl für sichtbares Licht, als auch für kurz-, mittel- und langwellige Infrarotstrahlung durchlässig sind, eignen sie sich auch für die Erstellung von Bild-in-Bild- oder Fusion-Wärmebildern und die patentierte Flir-MSX-Technologie. Bei der MSX-Funktion wird das Wärmebild mit dem Digitalbild der Tageslichtkamera in Echtzeit kombiniert. Daraus resultieren sehr klare, detail­reiche Wärmebilder für übersichtliche Berichte ohne Stördaten.

Klappdeckel für schnellen Zugriff

Die Flir-Infrarotfenster besitzen einen sicheren, dauerhaft montierten, schlag- und stoßfesten Stahldeckel, der sich leicht mit einer Hand öffnen lässt, d. h. nichts muss entfernt werden, nichts kann fallen, verwechselt werden oder verloren gehen. Dabei fixiert eine einfache Befestigungsschraube den festmontierten Deckel des Infrarotfensters. Auf der Deckelinnenseite befindet sich ein wischfestes Etikett mit einer dauerhaften Kennzeichnung für die Dokumentation der Untersuchungen. Die Objektiveinheit selbst ist in einem robusten, eloxierten Aluminiumrahmen für den Einsatz im Innen- und Außenbereich eingefasst.

Einfache Montage

Die Infrarotfenster sind einfach zu montieren sowie zu verwenden und sorgen so für schnelleres Arbeiten bei größerer Sicherheit. Da sie dieselben Abmessungen haben wie handelsübliche Rohrleitungen, lassen sie sich einfach und sicher montieren: Dabei ist nur ein 60,3 mm großes Loch für jedes Fenster erforderlich (Bild 3). Für das Herausbrechen der Öffnung kann ein Standardwerkzeug verwendet werden. Danach muss nur ein einfacher Pirma-Lock-Schraubring (Bild 4) festgezogen werden.

Die bewährte Sicherungsmutter stellt ein wegweisendes Konzept für den Flir-Schraubring des Infrarotfensters dar: Auf der Wandinnenseite sorgen Zähne für festen, dichten Halt. Dadurch sind die Metallkomponenten automatisch geerdet – und es sind keinerlei Schraubenlöcher erforderlich, die später ausleiern könnten.

Robuste Fenster mit lebenslanger Garantie

Die Infrarotfenster gibt es in unterschiedlichen Größen mit einem Durchmesser der Sichtöffnung von 45 mm bis 89 mm. Die Höchsttemperatur für die Optik beträgt 1.355,6 °C, die maximale Betriebstemperatur liegt bei (für Elektroinspek­tionen großzügig bemessenen) 260 °C (Bild 5). Die maximale Ausziehfestigkeit geht von 657 kg (45 mm Sichtdurchmesser) bis 1.678 kg (89 mm Durchmesser). Die Gehäuse sind geschützt nach Schutzklasse IP67 und halten extremer Luftfeuchtigkeit und Schwingungen von 100 m/s² stand. Die Lichtbogenüberschlagsprüfung nach IEC 62271-200 (KEMA) erfolgte bei 5 kV und 63 kA für 30 Zyklen bei 60 Hz.

Flir hat die Modelle der IRW-Serie umfassend prüfen lassen und mit einer lebenslangen Garantie ausgestattet. Sie entsprechen den UL, CSA, IEC, und IEEE-Vorgaben und -Richtlinien und wurden durch angesehene Institutionen wie UL, KEMA, und TÜV auf Standhaftigkeit gegen Lichtbogenüberschläge, Vibrationen und extreme Feuchtigkeit geprüft. Bei Produktionsfehlern gewährt das Unternehmen eine (eingeschränkte) lebenslängliche Garantie. (no)


Literatur:
[1] Flir Systems GmbH, Frankfurt: www.flir.de


Thomas Jung ist Sales Director Central & East Central Europe Instruments bei der Flir Systems GmbH in Frankfurt.

Autor:
Thomas Jung ist Sales Director Central & East Central Europe Instruments bei der Flir Systems GmbH in Frankfurt.