08.08.2011
Siemens gründet zwei Divisionen für Erneuerbaren Energien
Mit Wirkung zum 1. Oktober 2011 will Siemens sein Geschäft mit Erneuerbaren Energien neu aufstellen. Die bestehende Division Renewable Energy soll dafür in zwei neue Divisionen Wind Power sowie Solar & Hydro aufgeteilt werden. CEO der Division Wind Power wird Dr. Felix Ferlemann, der bislang den Bereich Chassis Systems beim Automobilzulieferer Benteler leitet. Zudem sollen die Aktivitäten in der Solarenergie und der Wasserkraft in der neuen Division Solar & Hydro zusammengefasst werden. Die Entscheidung über die künftige Leitung dieser Division steht noch aus.
„Mit der Umstrukturierung wollen wir unsere Erfolgsgeschichte beim Windgeschäft fortschreiben und die Basis für weiteres Wachstum legen“, sagte Michael Süß, CEO des Siemens Energy Sektors. „Wir trennen Solar- und Windenergie da sich diese beiden Märkte in sehr unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden. In der neuen Einheit Solar & Hydro werden wir unsere Forschung und Entwicklung im Solarbereich forcieren, um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern. In unserem bereits etablierten Windenergiegeschäft werden wir die Industrialisierung und Internationalisierung mit Hochdruck vorantreiben. Deutschland, Europa und die Welt brauchen Stromspeicher zur Integration der Erneuerbaren Energien. Deshalb wird sich unsere Division Solar & Hydro auch um das strategisch wichtige Thema Energiespeicher kümmern.“
Seit 2004 ist das Siemens-Windenergiegeschäft rasant gewachsen. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich inzwischen von 800 auf rund 7700 fast verzehnfacht und der Umsatz hat sich sogar verzwölffacht auf rund 3,2 Mrd. €. Für das Geschäft mit Windenergie wird künftig die Industrialisierung von Fertigung und Logistik eine entscheidende Rolle spielen, um durch effiziente Produktion die Kosten der Stromerzeugung senken zu können. Besondere Bedeutung kommt zudem der Regionalisierung zu, um noch näher an die Kunden heranzurücken. Deshalb wird Siemens sein Windenergiegeschäft unterhalb der Divisionsebene künftig mit drei regionalen Business Units aus Amerika, Asien und Europa heraus führen.
„Mit der neuen Aufstellung wollen wir sicherstellen, dass wir die Erfolgsgeschichte unseres Windenergiegeschäftes auch künftig fortschreiben können“, sagte M. Süß. „Die Ausgangsposition dafür ist gut: Wir können auf einen Auftragsbestand von fast 11 Mrd. € bauen und bei Offshore Windparks, dem am schnellsten wachsenden Marktsegment, sind wir Weltmarktführer. Auch bei Onshore Windenergieanlagen wollen wir kräftig zulegen.“ Um die Kosten für Windstrom weiter zu verringern, setzt das Unternehmen auf neue Produkte und eine industrialisierte Fertigung und Logistik. Beispielsweise werden Maschinenhäuser jetzt mit Fließfertigung produziert und die Automatisierung der Rotorblätterfertigung soll folgen. Erst kürzlich hat Siemens den Prototypen seiner neuen getriebelosen Windturbine mit einer Leistung von 6 MW installiert und angekündigt, 150 Mio. € in zwei neue F&E Standorte in Dänemark zu investieren. Neben der Innovation und Industrialisierung spielt die Internationalisierung des Fertigungs- und Vertriebsnetzes eine Schlüsselrolle in der Firmenstrategie. Nach der Eröffnung von zwei neuen Fabriken in den USA und China Ende 2010, plant das Unternehmen weitere Produktionsstätten in Kanada, Großbritannien, Indien, Russland und jetzt auch in Brasilien. Mit lokaler Wertschöpfung und der Entwicklung von Windturbinen für China oder Indien will Siemens seinen Marktanteil in den Schwellenländern ausbauen.










