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04.10.2011

Turck erwartet 25% Umsatzwachstum

Bild 1. Christian Wolf, Geschäftsführer der hans Turck GmbH & Co. KG: “Wir werden unser Portfolio in Bezug auf HMI- und SPS-Lösungen ausbauen.”

Bild 2. Guido Frohnhaus, Geschäftsführer Werner Turck GmbH & Co. KG, Anatoli Stobbe, Geschäftsführender Gesellschafter Deister Electronic GmbH, Christian Wolf, Geschäftsführer Hans Turck GmbH & Co. KG, Ulrich Turck, Geschäftsführer Hans Turck GmbH & Co. KG (v.l.n.r.)

Bild 3. Mit der Ernennung von Guido Frohnhaus als Geschäftsführer der Werner Turck GmbH & Co. KG in Halver, ist der Generationswechsel bei dem Familienunternehmen abgeschlossen

Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet der Mülheimer Automatisierungsspezialist Turck eine Umsatzsteigerung von rund 25 % auf über 430 Mio. € – nach einem Wachstum von 30% im Vorjahr. In Deutschland wird der Umsatz voraussichtlich im zweiten Jahr in Folge um 22 % wachsen, auf rund 100 Mio. €. Analog zum Umsatz ist auch die Zahl der Mitarbeiter gestiegen: Aktuell beschäftigt Turck weltweit mehr als 3.000 Mitarbeiter, darunter 1.530 an den deutschen Standorten in Beierfeld, Halver und Mülheim an der Ruhr – 100 mehr als im Vorjahr.

Diese starken Zuwächse seien zwar sehr erfreulich, allerdings für die Zukunft nicht zu erwartet erläuterte Geschäftsführer Christian Wolf (Bild 1) anlässlich der Jahrespressekonferenz in Neuss: „Aus ökonomischer Sicht erwarten wir eine Abkühlung nach dem doch sehr starken Wachstum in den letzten Jahren. Die kleine Konsolidierungsphase ist jedoch nicht besorgniserregend.“ Dementsprechend ist die Zielsetzung des Unternehmen für die nächsten Jahre eine Umsatzrendite zwischen 8% und 12%. Das Umsatzziel der Turck-Gruppe liegt für 2012 bei rund 460 Mio. €.

Ausbau der Produktportfolios
Dass in diesem Jahr erstmals deutlich mehr als 400 Mio. € umgesetzt werden liegt laut C. Wolf an der bis günstigen Konjunkturentwicklung in allen unseren Zielmärkten, sowie an der konsequenten Umsetzung der Wachstumsstrategie. „Um den Weg zum Systemanbieter weiter zu beschreiten, werden wir unser Produktportfolio weiter ausbauen“, so der Geschäftsführer „Im Bereich der Fabrikautomation sind dies die Bereiche SPS, HMI, Ethernet, Safety und RFID. Bei der Prozessautomatisierung haben wir die Instrumentierung, die Leittechnik und die Vernetzung im Fokus.“ Zur Zeit erwirtschaftet der Spezialist für industrielle Automation 80% seines Umsatzes in der Fabrikautomation und 20% in der Prozessautomation.

Aktuell hat Turck seine RFID-Aktivitäten durch eine Technologie- und Vermarktungskooperation mit Deister Electronic ausgebaut (Bild 2). Demnach kann Turck die reichweitenstarken UHF-Technologie von Deister Electronic im Bereich der Automatisierungstechnik weltweit vermarkten, weiterentwickeln und bei Bedarf auch selbst produzieren. Außerhalb der Automatisierungstechnik vermarktet Deister Electronic die Technologie weiterhin selbst. „Anwender erwarten zunehmend passgenaue Systemlösungen, die aufeinander abgestimmt sind“, sagt Anatoli Stobbe, Geschäftsführender Gesellschafter der Deister Electronic GmbH. „Deswegen arbeiten die Entwicklungs- und Projektabteilungen beider Kooperationspartner in einem definierten Bereich jetzt sehr eng zusammen. Für uns bedeutet diese Kooperation aber auch, dass wir mit Turck einen starken Vertriebspartner im Bereich der Automatisierungstechnik gewonnen haben.“

Außerdem hat Turck den Anteil der Eaton Automation Holding an dem gemeinsamen Joint-Venture MT Elektronix GmbH (MTX) übernommen. „Seit der Gründung des Joint-Ventures vor fast zehn Jahren sind zahlreiche innovative Lösungen, wie unsere IO-Systeme BL67 und BL20 in Detmold entwickelt worden”, sagt Dipl.-Ing. Guido Frohnhaus (Bild 3). Nach dem Ausscheiden des Unternehmensgründers Werner Turck aus der Geschäftsführung, ist G. Frohnhaus der neue Geschäftsführer der Werner Turck GmbH & Co. KG in Halver sowie der Geschäftsführer von MTX. Er übernimmt in Halver die Technische Leitung. Die letzten fünf Jahre war er Technischer Leiter der Turck-Landesgesellschaft in Minneapolis/USA.

Bereit für die Zukunft
Um für das zukünftige Wachstum gerüstet zu sein, hat Turck auch in diesem Jahr in Märkte und Fertigungskapazitäten investiert. Beispielsweise wurden neue Tochtergesellschaften in den Wachstumsmärkten Brasilien und Türkei gegründet. „Die Türkei ist ein großer dynamischer Markt“ so C. Wolf. „In dem sechstgrößten Maschinenbaumarkt Europas sehen wir ein großes Potenzial.“ In Halver baut Turck zurzeit für 15 Mio. € eine 13.500m² großes Fertigungsgebäude. „Das bietet uns genügend Platz um unsere Produktionskapazität zu erweitern. Zudem wollen wir so in den nächsten fünf Jahren 100 bis 200 neue Arbeitsplätze schaffen“, berichtet C. Wolf. Auch in Minneapolis /USA werden die Fertigungs- und Lagerkapazitäten ausgebaut. Für 6 Mio. US-$ wird dort das bestehende Gebäude um 4.000 m² erweitert.