11.11.2011
Studie: Smart Metering in Europa bis 2020
Das 3. EU-Binnenmarktpaket verpflichtet alle Mitgliedsstaaten der EU dazu, bis zum Jahr 2020 mindestens 80% der Verbraucher mit „intelligenten“ Messsystemen (Smart Metern) auszustatten, sofern die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ein positives Ergebnis hat. In den verschiedenen Ländern ist die Umsetzung unterschiedlich weit fortgeschritten und auch die Akzeptanz der Smart Meter in der Bevölkerung ist ganz unterschiedlich. Einen Überblick über den Stand der Dinge und die Entwicklungspotenziale liefert die aktuelle Studie Smart Metering in Europa bis 2020 .
Die Umsetzung der Vorgaben des 3. EU-Binnenmarktpakets erfolgt in einigen europäischen Ländern im Rahmen eines verbindlichen nationalen Rolloutplans, in anderen ist die Umsetzung marktgetrieben. Aber auch in Ländern, in denen bislang keine Verpflichtung zum Einsatz bestand bzw. besteht, zum Beispiel in der Schweiz, werden Pilotprojekte durchgeführt, um Erfahrungen zu sammeln.
Eine aktuell von Trend:research erstellte Studie hat die aktuellen Rahmenbedingungen in den einzelnen europäischen Ländern untersucht und gibt Aufschluss darüber, in welchen Ländern noch Anreize geschaffen werden müssen und in welchen Ländern bereits Potenziale in Bezug auf Produkte und Dienstleistungen bestehen. Die Studie liefert unter anderem Antworten auf die folgenden Fragestellungen:
- Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen gelten in den einzelnen europäischen Ländern?
- Welche Technologien werden im Markt eingesetzt?
- Welche Produkte und Dienstleistungen sind am Markt im Zusammenhang mit Smart Metering verfügbar?
- Welche Marktentwicklung ist bis 2020 in den einzelnen Ländern zu erwarten?
- Wer sind aktuell die Wettbewerber im Markt für Smart Metering?
Ausgehend von einer Beschreibung der unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den Ländern sowie aktuellen Diskussionen werden die zu erwartenden Entwicklungspotenziale der flächendeckenden Einführung von Smart Metering in Europa aufgeführt. Neben dem Status quo in Bezug auf die eingesetzten Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und die damit verbundene Standardisierung werden unterschiedliche Einbindungsmöglichkeiten in Prozesse betrachtet. Zudem werden Anforderungen an Technologien sowie an Produkte und Dienstleistungen dargestellt. Weiterhin erfolgt ein Überblick über aktuelle Wettbewerber im Markt.
Status Quo beim Smart Metering
Wie schnell das Rollout in den einzelnen Ländern umgesetzt werden kann, ist von vielen Variablen abhängig. Die bisher in Europa installierten Smart Meter wurden zu einer großen Mehrheit auf Initiative von Energieversorgern, Netzbetreibern, Herstellern oder weiteren Beteiligten von Pilotprojekten und Massenrollouts verbaut. Ausschlaggebend waren und sind weiterhin überwiegend die regulativen Vorgaben der EU und der jeweiligen Länderregierungen, deren Zielvorgaben von den Netzbetreibern nach und nach umgesetzt werden. Eine Ausnahme bilden bspw. Italien und Polen, wo die Netzbetreiber ein Interesse an der Reduktion der illegalen Stromentnahmen haben. Eine vom Endkunden ausgehende Nachfrage nach Smart Metering besteht aufgrund der Anschaffungs- und Installationskosten – die, wie im Vereinigten Königreich, in Form von Tarifanhebungen an den Kunden weitergegeben werden – in noch keinem der betrachteten europäischen Länder. Länder, für die eine schnelle Smart-Metering-Umsetzung in Europa prognostiziert wird, sind in der links stehenden Abbildung aufgelistet. Während Italien sowohl nach Ansicht vieler ausländischer Energieversorger als auch nach Ansicht vieler deutscher Energieversorger als ein Land mit einer schnellen Umsetzung bewertet wird, erwarten lediglich die ausländischen Befragungsteilnehmer in Deutschland eine schnelle Umsetzung des Smart-Metering-Einsatzes. Insgesamt wird dem Norden bzw. Westen Europas eine schnellere Smart-Metering-Umsetzung zugetraut als bspw. Osteuropa.
Die Kundenakzeptanz des Smart-Metering-Einsatzes ist innerhalb Europas unterschiedlich stark ausgeprägt. Während in Deutschland die Energieversorger eher schlechte Erfahrungen mit der Kundennachfrage machten, ist die Kundennachfrage im europäischen Ausland differenziert zu betrachten. Beispielsweise ist in Dänemark und Italien eine Kundenakzeptanz vorhanden, in Österreich reagiert die Bevölkerung dagegen eher ablehnend auf die geplante Smart-Meter-Einführung.










