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VDI: Ingenieurgehälter 2010

Ingenieure haben nach leichten Einkommenseinbußen während der Wirtschaftskrise 2009 in den ersten sechs Monaten 2010 nur geringe weitere Einkommensverluste hinnehmen müssen. In Folge kürzerer Arbeitszeiten zu Jahresbeginn sank im ersten Halbjahr 2010 das durchschnittliche Jahreseinkommen von Ingenieuren mit Berufserfahrung leicht um 500 Euro (-0,9%) auf 54.400 Euro. Das sind die Ergebnisse der VDI-Einkommensstudie 2010. Insgesamt 10450 Ingenieure haben von Januar 2009 bis Juni 2010 am Gehaltstest von ingenieurkarriere.de teilgenommen und detaillierte Daten zu Einkommen, Position und Arbeitsbelastung gemacht. Die Studie ist laut VDI der umfangreichste Gehaltsüberblick für Ingenieure in Deutschland.
Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass die Ingenieure die leichten Rückgänge des ersten Halbjahres im Jahresverlauf ausgleichen können. „Nach der positiven Entwicklung der Auftragseingänge steigt die durchschnittliche Arbeitsstundenbelastung wieder an und liegt derzeit nur noch leicht unter dem Vorkrisenniveau“, sagte Ulrike Gläsle, Marketingleiterin des VDI Verlages, bei der Vorstellung der Studie.
Auch in der Krise erlebten einige Branchen eine Sonderkonjunktur, die sich in steigenden Einkommen niedergeschlagen hat. So stiegen die Einkommen im ersten Halbjahr besonders stark bei Energieversorgern (6,7 %) und der Informationstechnologie (5,9 %). Die stärksten Einkommensverluste hatten die Beschäftigten in Chemie und Pharmaindustrie (- 7,9 %), in der Automobilindustrie (- 4,7 %) und in der Elektronik und Elektrotechnik (- 4,3 %). Die höchsten Einkommen zahlen trotz des Einbruchs von fast acht Prozent immer noch die Unternehmen der Chemier und Pharmabranche mit brutto 61400 Euro, gefolgt von den Energieversorgern (59200 Euro). Am schlechtesten verdienen Ingenieure in Ingenieurbüros und Planungsbüros (45200 Euro) und am Bau (47500 Euro). Maschinenbau und Autoindustrie liegen mit durchschnittlichen Jahreseinkommen von 56400 Euro nur noch knapp über dem Durchschnitt.
Doch nicht nur die Branchen haben großen Einfluss auf die Höhe der Einkommen. Entscheidend sind auch die Unternehmensgrößen. So verdient ein Ingenieur-Sachbearbeiter in einem kleinen Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern rund 38400 Euro im Jahr, in einem Großunternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten bei gleicher Stellung 7000 Euro mehr. Allerdings hat sich während der Wirtschaftskrise dieser Abstand zwischen Klein- und Großunternehmen halbiert. Berufsanfänger mussten erstmals seit 2005 leichte Einbußen hinnehmen. Ihre tatsächlichen Einstiegsbezüge sanken aufs Jahr gesehen um 435 Euro (-1,0%) auf 40800 Euro. Die Einkommensstudie Ingenieurgehälter 2010 kann hier bestellt werden.