Wago: Mehr als 500 Mio. € Umsatz in 2010

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Geschäftsführer Sven Hohorst
Den Wago-Standort Schweiz traf der Konjunktureinbruch im letzten Quartal 2008 zuerst. Innerhalb von vier Wochen brach der Auftragseingang um mehr als 30 % ein. Zeitversetzt wurden die anderen Wago-Gesellschaften mit der Krise konfrontiert. Ende 2008 mussten dann auch in Sondershausen und Minden notwendige Maßnahmen ergriffen werden: Ein generellerer Sparkurs verbunden mit Kurzarbeit. Alle Maßnahmen standen unter der Vorgabe der Geschäftsleitung „mit einem maximalen Personalbestand durch die Krise zu kommen“, um nach der Krise dann verzögerungsfrei „durchstarten“ zu können.
Alle Auguren prognostizierten eine lange Durststrecke. Daher richteten sich alle Führungskräfte und jeder einzelne Mitarbeiter entsprechend auf die Situation ein. Aber bereits Mitte 2009 deuteten die ersten Signale einen leichten Aufschwung an. In der Folge entstanden erhebliche Beschaffungsengepässe bei Rohstoffen und elektronischen Bauteilen. Im September 2009 konnte die Kurzarbeit in der gesamten Wago-Gruppe beendet werden.
Mit einem Umsatz von über 500 Mio. € hat Wago (www.wago.com) in 2010 ein neues „All-time-high“ erreicht. Ein Ziel, das zwar angepeilt aber zu Beginn des Jahres nicht wirklich erwartet wurde. An diesem Erfolg haben alle Mitarbeiter durch ihren unermüdlichen Einsatz maßgeblichen Anteil. Die halbe Milliarde bedeutet ein Plus von 30 % zum Vorjahr. Damit wurde auch der Umsatz 2008 mit 10 % übertroffen.
Das zum Jahresende 2009 von der Geschäftsführung gesteckte Ziel „mit maximalem Personalbestand durch die Krise zu kommen“ ist dann auch tatsächlich erreicht worden. Per 31.12.2010 sind in der Gruppe ca. 5.300 Personen beschäftigt (plus 500 im Vergleich zum Vorjahr). Per 01.01.2011 sind am Standort in Minden ca. 1500 und in Sondershausen ca. 1000 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Damit arbeiten rund 50 % aller Wago-Mitarbeiter in Deutschland. Für 2010 plante die Gruppe Investitionen von knapp über 42 Mio. €. Nach vorläufiger Berechnung (der testierte Jahresabschluss kommt erst zum März 2011) wurden jedoch aufgrund des rasanten Wachs-tums knapp 60 Mio. Euro realisiert.
Das überproportionale Umsatzwachstum ist im Wesentlichen durch die folgenden Faktoren begründet:
• Die wirtschaftliche Erholung der BRIC-Staaten (insbesondere China) und der USA
• Der Erhalt der Beschäftigung in der Krise erlaubte eine nahezu verzögerungsfreie Reaktion auf die Erholung der Weltwirtschaft.
• Die zusätzlichen Investitionen sicherten die notwendigen Produktionskapazitäten.
• Der Einsatz und die hohe Motivation unserer Mitarbeiter auf allen Ebenen war die unabdingbare Grundlage für die Umsetzung der extremen Anforderungen.
Bereits im September 2010 hat die Wago-Geschäftsleitung aufgrund der positiven Entwicklung entschieden, die vereinbarte tarifliche Lohnerhöhung um zwei Monate, vom April auf den Februar, vorzuziehen. Wachstum durch Innovation lässt sich nur mit qualifiziertem Personal nachhaltig sicherstellen. Die Ausbildung der eigenen Nachwuchskräfte ist daher bei Wago seit Jahren ein langfristig angelegtes Konzept, das mit Priorität verfolgt wird. Im August 2010 konnten wieder 60 Auszubildende und Stu-denten an den Standorten in Minden und Sondershausen ihr neues Berufsumfeld intensiv kennen lernen. Derzeit befinden sich bei Wago ca. 230 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis. Die Qualifi-zierung der Mitarbeiter in ihrem Aufgabengebiet, die Entwicklung der sozialen Kompetenz oder die Unterstützung berufsbegleitender Maßnahmen gehören zum umfangreichen Katalog der Qualifizie-rungsangebote. So ist es nur folgerichtig, dass sich Wago auch für den Ausbau des Fachhochschulstandortes Minden nachhaltig engagiert. Neben den Präsenzstudiengängen überzeugt das Konzept der „praxisintegrierten Studiengänge“ durch die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis: Die Studenten erfahren, welche Anforderungen in der betrieblichen Praxis gestellt werden. Im „Training on the Job” wird das theoretische Wissen direkt und konkret z. B. in einem Projekt angewendet. Dabei werden Kontakte geknüpft und die Firmenkultur „hautnah“ erlebt.
Die allgemeine Einschätzung der globalen Wirtschaftsentwicklung seitens Politik, Verbänden und Forschungsinstituten ist generell positiv. Wago teilt diese Einschätzung nur mit Einschränkung, da auf-grund der weiterhin vorhandenen Risiken im Finanzsektor negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft nicht auszuschließen sind. Spürbar sind die steigenden Rohstoffpreise, die besonders bei Metallen und Kunstoffen deutlich negativ auf der Kostenseite zu Buche schlagen.
Mit Blick nach vorn sieht Wago aber auch die Chancen. So treibt weiterhin die Nachfrage aus Fernost das Wachstum und auch für die Binnennachfrage ist mit einer moderaten Steigerung zu rechnen. Die neuen Produkte aus den letzten Jahren tragen dabei zunehmend das Wachstum.
Umsatzseitig plant Wago einen Zuwachs von knapp 10 %. Die Beschäftigung wird in der Gruppe und insbesondere an den Standorten in Minden und Sondershausen weiter zunehmen. Hier könnte sich allerdings die Gewinnung von Fachkräften als bremsender Faktor auswirken. Am Standort Minden werden derzeit über 150 Fachkräfte, insbesondere Entwicklungsingenieure, gesucht.
Eine wesentliche Voraussetzung und erklärte Unternehmensphilosophie ist, Wachstum über innovative Produkte langfristig zu sichern. Dazu sind, neben den Fachkräften in Entwicklung, Produktion und Vertrieb, entsprechende Investitionen in Gebäude, Maschinen, Anlagen und Produktinnovationen notwendig. In 2011 wird Wago mit knapp 100 Mio. € die höchste Investitionssumme der Unternehmensgeschichte bereitstellen. Am Standort Minden wird ein Bürogebäude für 250 Arbeitsplätze (Investitionsvolumen knapp 10 Mio. €) entstehen. Mit neuen Anlagen wird die Innovationskraft, Leistungsfähigkeit und Produktivität in der Fertigung sichergestellt. Wesentliche Erweiterungen stehen 2011 auch in den Tochtergesellschaften in Polen, in China und in der Schweiz auf dem Plan. Insgesamt erfreuliche Perspektiven für eine prosperierende Unterneh-mensentwicklung.










