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Ergonomischer und effizienter Schaltschrankbau

Bild 1. Die Montagehilfen unterstützen Kunden bei der Produktions- und Prozessoptimierung

Bild 2. Montagetisch MT-200 für Kleingehäuse und Wandschränke

Bild 3. Der Tisch MT-200 bietet flexible Montageoptionen

Der Transport von schweren, bestückten Schaltschränken und Gehäusen zwischen Arbeitsstationen hatte bisher nicht selten Verletzungen oder sogar chronische Muskel- und Skeletterkrankungen für das Bedienpersonal zur Folge. Das „ePPO“-Konzept von Lohmeier mit seinen modularen Komponenten macht damit Schluss. Es schafft ein ergonomisches, flexibles Arbeitsumfeld, verbessert die Produktivität und trägt zu Kosteneinsparungen bei.

Das „ePPO“-Konzept von Lohmeier umfasst Montagehilfen für alle marktüblichen Gehäuse- und Schaltschranktypen. Sie minimieren die körperliche Belastung für Bediener beim Ausbau der Gehäuse und erleichtern das Handling. Die modularen Komponenten machen Hebe- und Tragetätigkeiten während des Produktionsprozesses sowie Montieren in ungünstigen Positionen überflüssig. Zudem erleichtern sie die Materialsuche sowie -bereitstellung und sorgen für eine einfachere Endmontage. Durch die Montagehilfen können nahezu alle Handlingschritte von nur einem Bediener durchgeführt werden (Bild 1). Zum Heben oder Zupacken müssen also keine weiteren Monteure mehr hinzugezogen werden, sodass sich das Fachpersonal seinen eigentlichen Aufgaben widmen kann.

Montagetische als mobile Verdrahtungsstationen
Mit den in Höhe und Neigung verstellbaren Montagetischen MT-400 und MT-200 können Bediener stets schnell und einfach die bestmögliche Arbeitsposition für die Bearbeitung, die Bestückung und die Verdrahtung von Montageplatten bzw. Kleingehäusen und Wandschränken wählen. Die Untergestelle aus robusten Stahlrohren haben vier Schwenkrollen. Dadurch lassen sich die Montageplätze leicht verfahren. Die Montageplatten und Gehäuse auf den Tischen können so schnell und einfach zwischen den verschiedenen Arbeitsstationen des Produktionsablaufs bewegt werden. Da die Platten über den gesamten Montageablauf auf dem Tisch verbleiben können, entfällt die bisher zeit- und kraftraubende Handhabung weitgehend. Bei Bedarf lassen sich die Tische zudem unverrückbar fixieren, und fungieren so als stabiler, fester Montagearbeitsplatz. Zudem kann man an den Tischen Zubehör montieren, wie Strom- und Druckluftzuführung, Spänesauger, Greif- und Schüttgutbehälter, Werkzeugablagen, Kabelrollen, Monitor- und Dokumentenhalterungen sowie Beleuchtungen.

Der Montagetisch MT-400 ist für Montageplatten bis zu einer Größe von 1 200 mm × 1 900 mm und bis 400 kg konzipiert, die mittels Schnellspannern befestigt werden. Er ist zusätzlich als Einbauhilfe einsetzbar und ermöglicht so die Montage von schweren bestückten Platten im Schaltschrank ohne Hebezeuge. So kann eine Person die fertig verdrahtete Montageplatte auf einer Rollenbahn leicht und sicher per Hand auf Führungsschienen in den Schaltschrank schieben. Die Platten lassen sich auf den Montagetischen sowohl aufgerichtet als auch in beliebigem Winkel bis in die Waagerechte neigen. Die Tischhöhe ist zwischen 750 mm und 1 150 mm frei einstellbar. Höhe und Neigung sind per Fernbedienung elektrisch verstellbar. MT-400-Montagetische, die gerade nicht benötigt werden, lassen sich zudem ähnlich wie Einkaufswagen einfach und platzsparend ineinanderschieben.

Individuell einstellbar
Der Montagetisch MT-200 (Bild 2) für Kleingehäuse und Wandschränke ist für Gehäusegrößen bis 1 000 mm × 1 000 mm sowie Traglasten bis 200 kg konzipiert. Müssen größere Schränke bestückt werden, kann man hierfür einfach mehrere Montagetische aneinanderreihen. Die Arbeitshöhe lässt sich bei diesem Modell zwischen 350 mm und 1 250 mm justieren, sodass Tätigkeiten wahlweise im Sitzen oder Stehen vorgenommen werden können.
Der Neigungswinkel der Arbeitsplatte ist zwischen 0° und 45° frei einstellbar. Darüber hinaus können Bediener rückseitig eine zusätzliche horizontale Arbeitsfläche ausziehen, die beispielsweise für Bestückungstätigkeiten genutzt werden kann (Bild 3). „In der Praxis hat sich schnell gezeigt, dass die Flexibilität des Montagetischs ein besonderer Pluspunkt ist“, erklärt Dirk Mücke, Vertriebsleiter bei Lohmeier. „Zwei Drittel der bisher ausgelieferten MT-200-Systeme haben wir anhand von Kundenvorgaben an die jeweiligen Anwendungsanforderungen angepasst. Das Aluminiumprofilsystem ermöglicht dabei ein einfaches Erweitern und Verändern der Grundkonstruktion nach dem Baukasten-Prinzip. Gegenüber herkömmlichen Tischen aus starren Stahlrohr-Konstruktionen bietet diese Technik erhebliche Vorteile.“

Ergonomischer Ein-Mann-Transport
Das „ePPO“-Konzept bietet auch für den Transport von Schaltschränken nach der Verdrahtung eine ergonomische Lösung. Treppen, die für Bediener mit bestückten, oft mehrere hundert Kilogramm schweren Schaltschränken bisher ein kaum überwindbares Hindernis waren, lassen sich mit dem elektronischen Treppensteiger ETS-500 einfacher bewältigen. Er fungiert wie eine Sackkarre mit einem elektrischen Motor. Mit ihm kann man Lasten bis 540 kg mühelos Treppen und Stufen hinauf- und herabtransportieren. Das Heben der Last übernimmt dabei der Motor, der Bediener muss das Gerät lediglich ausbalancieren. Die Ladung ist durch einen Haltegurt gesichert. Gleitbänder schützen die Treppe vor Beschädigung und eine Kunststoffabdeckung sorgt dafür, dass die Last keinen Schaden nimmt.
Betrieben wird der ETS-500 mit einem integrierten, wartungsfreien Akku, der je Aufladung eine Reichweite von bis zu 150 Stufen gewährleistet. Die Steiggeschwindigkeit liegt bei ca. 12 Stufen in der Minute. Der Treppensteiger lässt sich um Hebegabeln erweitern. Diese Version, die eine maximale Gabelhubhöhe von 1 350 mm bietet, kann als Stapler für Lasten bis 320 kg eingesetzt werden.

Durch ein breites Zubehörangebot lässt sich der Treppensteiger schnell und einfach an verschiedene Aufgaben anpassen. Verfügbar sind neben einem Ladegerät unter anderem Luftreifen für den Transport in unebenem Gelände, ein Stützrahmen mit Rädern, der das Abstellen der beladenen Karre ermöglicht und eine Hebegabel mit Seilwinde für die Stapler-Variante. Außerdem gehört eine große Lastplatte für besonders schwere oder runde Lasten, ein Ersatz-Akku sowie ein zusätzlicher Haltegurt mit Druckknopfsicherung, der schwere Lasten absichert zum angebotenen Zubehör. „Die größte Stärke des ETS-500 ist seine extrem hohe Tragfähigkeit, die ihn nahezu einzigartig am Markt macht“, so D. Mücke. „Seine massive Konstruktion erlaubt es, derart hohe Gewichte trotzdem noch beherrschbar über Treppen zu manövrieren. Aus diesem Grund erhalten wir nicht nur aus dem Schaltschrankbau Anfragen zum ETS-500, sondern auch von Service-Unternehmen aus der Aufzugsbranche, die zum Beispiel regelmäßig schwere Aufzuggetriebe ins oberste Stockwerk von Gebäuden transportieren müssen. Auch Logistikunternehmen und Heizungsinstallationsbetriebe zählen mittlerweile zu unserem Kundenkreis.“

Fazit
Mit dem „ePPO“-Konzept lassen sich Produktionsprozesse ergonomischer und effizienter gestalten. Dies eröffnet nicht nur Einsparpotenziale in Montagebereichen, sondern trägt auch zur Krankheitsprävention bei.

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Autor: Markus Nerge ist Marketingleiter bei der Lohmeier Schaltschrank-Systeme GmbH & Co. KG in Vlotho.