A A A
| Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz
ETZ Logo VDE Verlag Logo

MES branchenspezifisch betrachtet

Bild 1. Das managementorientierte Mesa-Modell soll MES-Systeme transparenter und vergleichbarer machen

Karl Schneebauer: „Die Teilnehmer des Seminars erfahren von den führenden MES-Anbietern, welche Funktionalität sie für ihre Branche benötigen.“

Es kommt nicht häufig vor, dass große Wettbewerber gemeinsam einen nutzen- und weiterbildungsorientierten Workshop veranstalten und dabei mehr den Nutzen und die Implementierungswege herausarbeiten als die Produkte an sich in den Vordergrund zu stellen. Solch ein Seminar findet unter der Schirmherrschaft der MESA-International am 24. März 2010 erstmals in Deutschland auf dem Automatisierungstreff in Böblingen statt. Warum sich dort alle wichtigen MES-Anbieter treffen und was die Anwender davon haben, dazu befragte die etz-Redaktion Karl Schneebauer, den Vice-Chairman der Mesa Europe als zentralen Koordinator.

Was ist die Mesa und welche Aufgabe hat sie?
K. Schneebauer: Die Mesa ist eine weltweite non-profit Organisation für Manufacturing Execution Systems mit ca. 3000 Mitgliedern in 78 Ländern. Unser Ziel ist es die MES-Technologie in der Fertigungsindustrie voranzutreiben und vergleichbarer zu machen. Um dies zu erreichen ordnet sich die Mesa Europe jetzt beispielsweise in verschiedene Sprachgruppen, so dass wir die verschiedenen lokalen Märkte besser angehen können. Zentraler Ansatz der Mesa ist eine managementorientiertes Modell um MES-Systeme transparenter und vergleichbarer zu machen. Die führenden MES-Hersteller Siemens, SAP, Rockwell, Wonderware und MPDV veranstalten dieses Seminar gemeinsam. Dieses bisher einzigartige Event ermöglicht es dem interessierten Fachpublikum sich an einem einzigen Tag umfassend über die Konzeption und Einführung von MES zu informieren.

Können Sie das zugrunde liegende Mesa-Modell (Bild 1) etwas näher erläutern?
K. Schneebauer: Ja gerne, es fußt auf zehn verschiedenen Software-MES-Funktionen, wie Leistungsanalyse, Datenerfassung, Qualitätsmanagement und Ressourcenermittlung, sowie auf sechs strategischen Initiativen. Das sind „systemübergreifende“ Verbesserungsprogramme wie Lean Manufacturing, Real Time Enterprise und Asset Performance Management. Führungskräfte in Fertigungsunternehmen sind zumindest mit drei IT-Ebenen konfrontiert – der ERP-Warenwirtschaft, dem Konstruktions- und Zeichnungsprozess (CAD,PLM) sowie den durch MES gekoppelten und vernetzten Produktionsanlagen. Der Vorteil der Mesa-Initiativen ist nun, dass sie systemübergreifend als Managementprozeße angelegt sind. Fertiger können hierzu Guidebooks im Rahmen der Mesa-Mitgliedschaft erlangen und diese Intiativen intern umsetzen.

Und damit haben Anwender dann die Möglichkeit sich die Funktionalitäten und das MES-Systemkomponenten zusammenzustellen, welche sie benötigen?
K. Schneebauer: Genau das werden wir auf MES-Leitrechner-Seminar am 24. März auf dem Automatisierungstreff in Böblingen zeigen. Uns ist völlig klar, dass unterschiedliche Unternehmen verschiedene Ansprüche haben. Deswegen werden die Vertreter der Hersteller auch Praxisbeispiele verschiedener Branche für ihre MES-Systeme liefern. Dabei werden die branchenspezifischen MES-Funktionalitäten herausgearbeitet und neutral vorgestellt.

Was ist das Besondere an dem Seminar?
K. Schneebauer: Obwohl die fünf führenden MES-Spezialisten, MPDV, Rockwell, SAP, Siemens und Wonderware, dabei sind, haben uns darauf geeinigt, dass es keine Verkaufsveranstaltung wird. Beispielsweise zeigt Siemens die MES-Implementierung in einem Daimler Motorenwerk. Darüber hinaus stellt der Autozulieferer Continental eine MES-Eigenentwicklung dar. Wir sehen das Seminar als Lern- und Weiterbildungsmöglichkeit für Anwender aus der Fertigung. Aus diesem Grund erhalten die Teilnehmer auch eine Kursmappe. Am Ende sollen sie verstehen, welche MES-Funktionalitäten für sie wichtig sind und erhalten somit Handlungsanweisungen auf den neutralen Mesa-Rahmen.

Der Beitrag als pdf

Autor: Frank Nolte