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Full-HD hält Einzug in den Ex-Bereich

Bild 1. Die Polaris-Panel-PC-24-Zoll sind für den Ex-Bereich zugelassen: Zone 1 und 2 sowie 21 und 22

Bild 2. Verschiedene Schnittstellen bieten vielfältige Ankopplungsmöglichkeiten an die Polaris-Widescreen-Geräte, sowohl im Ex- als auch im sicheren Bereich

Für die Steuerung und Überwachung komplexer Prozesse ist eine helle und übersichtliche Visualisierung notwendig. Dem Bediener genügt es nicht mehr, den Prozess ausschließlich im Reaktor-Schauglas zu betrachten, er möchte einen unmittelbaren Einblick in die chemischen Reaktionen erhalten. Prozesswerte, die an einem Bildschirm dargestellt werden, schaffen für den Bediener Komfort und bieten ein Plus an Sicherheit. Im Fehlerfall ist dadurch ein schnelles Eingreifen möglich. Moderne Apparate, Maschinen und Prozessanlagen werden mit Visualisierungsgeräten vor Ort, direkt im Ex-Bereich, übersichtlicher und sicherer.

Die Anforderungen an moderne Visualisierungsgeräte sind vielseitig. Neben dem Bedienkomfort sind vor allem die hohe Verfügbarkeit und Kosteneffizienz über die gesamte Lebensdauer gefragt. Die TFT-Technologie bietet hierfür die Basis. Sie zeichnet sich durch hohe Leuchtkraft und einen weiten Ablesewinkel aus. Diese resultiert aus der LED-Hintergrundbeleuchtung, deren Lebensdauer ca. 50 000 h beträgt.
Die aktuellen Polaris-Panel-PC-24-Zoll-Professional und Polaris-Remote-24-Zoll von Bartec erfüllen diesen Anspruch (Bild 1). Polaris ist zugelassen für den Einsatz im ­Ex-Bereich, für die ­Zonen 1 und 2 sowie 21 und 22. Haupt­einsatzgebiete sind die chemische, petrochemische und pharmazeutische Industrie. Ziel bei ihrer Entwicklung war es, die HD-Auflösung, die von modernen Visualisierungssystemen unterstützt wird, auch im Ex-Bereich verfügbar zu machen. Dabei ermöglicht die neue Displaytechnologie auch bei großem Betrachtungswinkel einen optimalen Kon­trast. Die Full-HD-Auflösung mit 1 920 × 1 080 Bildpunkten, also das Widescreen-Format, und eine Helligkeit 300 cd/m 2 sowie ein Kontrast von 3 000:1 bieten einen guten Überblick.

Drahtlos in den Ex-Bereich
Mittels der Ethernet-Schnittstelle können einzelne Computer oder Netzwerkgeräte, zum Beispiel ein Drucker, an ein bestehendes lokales Netzwerk (LAN) angebunden werden. Optional kann dies auch über WLAN oder ­lokale Netzwerke vollständig drahtlos geschehen. Windows XP Professional ist serienmäßig auf dem Panel-PC vorinstalliert. Optional ist Windows 7 erhältlich. Dadurch sind die Panel-PC offen für viele Softwarepakete, beispielsweise kundenspezifische Software, wie Pro-Tool oder Win CC Flexible, oder auch andere handelsübliche Standard-Visualisierungssoftware. Der Anwender kann hier mit dem Programmierpaket „BMS-Graf-pro“ (ab Version 7) arbeiten. Darüber hinaus steht jetzt der Internet Explorer als Arbeitsmittel zur Verfügung. Dadurch werden neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnet, die bisher dem Nicht-Ex-Bereich vorbehalten ­waren.
Polaris wurde in ­erster Linie für den Fronteinbau konzipiert. Auf Wunsch sind die Geräte zudem als fertige Systemlösung erhältlich, beispielsweise im Edelstahlgehäuse für Wand- oder Bodenmontage mit Standfuß. Alle Panel-PC sind in der Zündschutzart q (Sandkapselung) ausgeführt. Die elektrischen Anschlüsse erfolgen über einen Klemmraum der Zündschutzart e (erhöhte Sicherheit) und Zündschutzart i (Eigensicherheit). Das neue Design der Bedienfront ist klar und übersichtlich. Eine Polyesterfolie ­bietet sicheren Schutz vor Spritzwasser, sodass die Bedienfront Schutzklasse IP65 mitbringt.
Alle Polaris-Geräte sind zugelassen nach Atex II 2G Ex db eb qb [ib op pr] IIC T4 und IECEx Ex db eb qb [ib] IIC T4 sowie für den Einsatz im Staub-Ex-Bereich: Atex II 2D Ex tb IIIC T120°C IP 6X und IECEx Ex tb IIIC T120°C IP 6X. Die Geräte sind ebenfalls nach Inmetro und Gost-R zertifiziert.

Leistungsstarkes Innenleben
Der Polaris-Panel-PC-24-Zoll-Professional basiert auf einem 1,6-GHz-Intel-Atom-Prozessor. Für eine leistungsstarke Visualisierung und Bedienung der Prozesse direkt vor Ort sorgt der 1-GByte-Arbeitsspeicher; optional auch erhältlich mit 2 GByte. Festplatten, Flash Drives bzw. CF-Karten bis zu 100 GByte bieten Speicherkapazität für die kundenspezifischen Anwendungen. Der Anwender arbeitet mit einer eigensicheren Tastatur. Optional ist ein eigensicherer Touch-Screen möglich. Unterschiedliche Maussysteme stehen zur Verfügung, beispielsweise eine Fingermaus, ein Trackball, ein Joystick oder ein Touchpad.
Verschiedene Schnittstellen ermöglichen für jede Peripherie den richtigen Anschluss, zum Beispiel Ex e Ethernet 100/10BaseT, optional LWL, Ex i USB für Ex i-Memory-Stick und Ex i PS/2 für eigensichere Tastatur und Maus (Bild 2). Als Varianten sind die folgenden Schnittstellen verfügbar: Ex e RS-422, Ex e RS-232, Ex e TTY, Bartec-Profibus-DP und Siemens-Profibus-DP/MPI-Schnittstelle. Zusätzliche optionale Schnittstellen sind möglich: Ex d USB-Anschluss (Ex d-Buchse), zum Beispiel Anschluss über WLAN, Ex e USB und Ex-i-Versorgungsmodul für Handscanner.
Weiterhin bietet Polaris-Remote-24-Zoll die Möglichkeit einer Remote-Lösung. Der Anwender ist hier in der Lage, seinen verfügbaren PC im sicheren Bereich über einen Lokalverstärker an die Polaris-Remote-Station anzubinden. Arbeitet dieser in HD-Auflösung, ist diese 1:1 in den Ex-Bereich übertragbar. Die Remote-Sta­tion besteht aus einem Grafikdisplay, einer eigensicheren Tastatur und Maus. Hiermit können Übertragungslängen von bis zu 10 000 m realisiert werden. Bis zu einer Länge von 300 m kann das Signal über STP/S Kupferleitung übertragen werden.

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Autor: Hubert Dornberger ist im Bereich Softwaredesign Prozessvisualisierung bei der Bartec GmbH in Bad Mergentheim tätig.