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01 Die Ex-Mobile-Computer von Bartec helfen, Stillstandzeiten zu reduzieren

Mobiles Ex-Duo für Raffinerien

02 Die neue Generation der Ex-Mobile-Computer zeichnet sich durch ihren berührungsempfindlichen Touchscreen, hohe Robustheit und einen schnellen Prozessor aus

Durch die Kombination von Ex-Mobile-Computern mit einer ausgeklügelten Software konnten die ungeplanten Ausfälle in einer deutschen Raffinerie reduziert werden. Angesichts der hohen Kosten, die jeder einzelne Stillstand in einer petrochemischen Anlage verursacht, eine lohnende Investition.

Bei dem Systemintegrator Primation Systemtechnik stehen seit jeher die Prozesse im Fokus. Angefangen hat das Unternehmen mit statischen Systemen zur Überprüfung von Messstellen. Nun verfolgt es mit einer dynamischen Lösung einen moderneren Ansatz. Die Basis bilden dabei zum einen die Instandhaltungssoftware Intelatrac von Wonderware und zum anderen die Ex-Mobile-Computer von Bartec. Daraus entsteht eine sinnvolle Symbiose, die optimierte Rundgänge im Ex-Bereich ermöglicht (Bild 1). „Die Technik kann das Know-how der Mitarbeiter nicht ersetzen, aber sie kann die Arbeit deutlich erleichtern“, sagt Benedikt Steinberger, Produktmanager Intelatrac bei Primation. „Mobile Computer sind quasi die Workstation für unterwegs. Über Bluetooth lassen sich Zusatzgeräte, wie Vibration-, Temperatur- oder Beschleunigungsmessgeräte, ankoppeln, Eingabefehler vermeiden und vergleichbare Werte erzeugen.“

Ausfälle minimiert, Verfügbarkeit maximiert
Um ungeplante Stillstände gezielt zu reduzieren, nutzt eine Raffinerie in Deutschland bereits seit einigen Jahren eine Ex-Mobile-Computer-Lösung von Bartec. Dabei ist dem Betreiber eine ständige Optimierung der Abläufe ein wichtiges Anliegen. So werden zum Beispiel Leckageverluste nicht vom Prozessleitsystem erkannt. Bei einem strategisch durchgeführten Rundgang kommen diese Probleme jedoch ans Tageslicht. Durch die Einführung der Bartec-Geräte konnte die Rate der ungeplanten Ausfälle in der Raffinerie deutlich reduziert werden. Ein Beispiel dazu: Ein Mitarbeiter erkannte einen verdreckten Filter vor einem Lüfter. Dieser hatte die Kühlung eines Motors zur Aufgabe. Hätte der Arbeiter den Fehler nicht entdeckt, wäre aufgrund der fehlenden Kühlung der Motor über kurz oder lang ausgefallen und hätte schlimmstenfalls einen Produktionsausfall oder zumindest unnötige Reparaturkosten verursacht.

Für Josef Pfiffer, Geschäftsführer des Systemintegrators Primation, gilt deshalb: „Die Ex-Mobile-Computer-Lösung zur strategischen Planung und Durchführung von Rundgängen hat sich bereits bezahlt gemacht, wenn sie nur einen Anlagenstillstand verhindert.“ Als weitere Argumente führt er an: „Unser Ziel ist immer eine höhere Anlagenverfügbarkeit. Der Return on Investment (ROI) von Software und Hardware als Komplettpaket beginnt bereits bei sechs bis neun Monaten.“ In der petrochemischen Anlage führen mehr als 100 Anwender verschiedene Rundgänge durch. Dafür stehen im Unternehmen Mobile Computer des Typs „MC 9090 ex “, Zone 1 zur Verfügung. „Das Tool ist den Mitarbeitern in Fleisch und Blut übergegangen. Dabei ist die eigene Sprache ein unbedingtes Muss“, betont B. Steinberger. „Außerdem ist es elementar, die Rundgänger beim gesamten Projekt miteinzubeziehen.“ In der Raffinerie gibt es sowohl als Ex-Zone 1 als auch als Ex-Zone 2 klassifizierte Bereiche. Die Betreiber gehen jedoch auf Nummer sicher: Damit es nicht zu einem Fehleinsatz der Geräte kommt, werden nur solche der höchsten Kategorie eingesetzt. Somit besteht kein Risiko, mit dem falschen Gerät in die falsche Zone zu geraten.

Wertvolles Analyse- und Auswerte-Tool
Die Bedienung der Mobile Computer erfolgt zum Großteil mit Handschuhen. Demzufolge bringt die Eingabe auch über Funktionstasten Vorteile. Denn auch in wenigen Metern Höhe sowie bei Regen oder Schnee muss eine sichere Bedienung gewährleistet sein. Bei der Planung der Rundgänge wird festgelegt, was zu überprüfen ist: Wer darf wo, wann und was prüfen? Dies ist insbesondere im Ex-Bereich wichtig, da der Mitarbeiter über geeignete Qualifikationen verfügen muss. Auf dem Mobile Computer erscheinen dann die jeweiligen Rundgänge: Kommt es zu Abweichungen, generiert die Software zusätzliche Fragen, die beantwortet werden müssen. „Die Software macht Engpässe in der Abwicklung schon lange vorher sichtbar“, sagt B. Steinberger. „Um die Lage zu entspannen, können Rundgänge verschoben oder externe Kräfte hinzugezogen werden.“ Da sich Mitarbeiter unterschiedlichen Schichten zuordnen lassen, erlaubt dies nicht zuletzt auch eine gleichmäßige Verteilung der Rundgänge. Darüber hinaus liefert die Software auch Hinweise auf „Bad Actors“. Dadurch lassen sich Schwachstellen und störanfällige Anlagenteile identifizieren, etwa welche Pumpen, von welchem Hersteller regelmäßig oder öfter als andere ausfallen.

Instandhaltung heute
Der Start einer Tour beginnt damit, dass sich der Mitarbeiter am Ex-Mobile-Computer anmeldet. Danach zeigt ihm dieser an, welche Rundgänge aktuell anstehen. Für die jeweilige Tour sind entsprechend der zu prüfenden Komponenten bestimmte Größen, wie Eingangs- und Ausgangsdruck, hinterlegt. Die Identifizierung erfolgt über RFID-Tags, was zusätzlich sicherstellt, dass keine Eingaben an der falschen Stelle gemacht werden: Die Software springt automatisch an die richtige Position in der Fragenliste. Da eine einfache Bedienbarkeit im Vordergrund steht, werden nach Möglichkeit geschlossene Fragen gestellt, die über eine Auswahlliste beantwortet werden können. Dabei ist die häufigste Antwort immer zu oberst in der Auswahlliste platziert. Anhand der Antworten lässt sich dann frühzeitig erkennen, ob eine Messstelle problematisch und ein Eingreifen notwendig ist. Vorteile bietet zudem die detaillierte Ausführung der Anweisungen. Dadurch ist es neuen Mitarbeiter oder externen Kräften einfach möglich, sich in die Materie einzuarbeiten. Von Planungsseite wird somit sichergestellt, dass alle Mitarbeiter auf dem gleichen Stand sind. Dabei kann die Informationsvielfalt bis hin zu Explosionszeichnungen im PDF-Format reichen. Solchen Features kommt vor allem deshalb immer mehr Bedeutung zu, da sich in allen Branchen ein gewisser Trend zur Auslagerung von Rundgängen beobachten lässt.

Die Datenweiterleitung und -auswertung
Die Übertragung der gesammelten Daten kann prinzipiell auf zwei Wegen erfolgen: Entweder sendet der Mobile Computer seine Informationen, nachdem er nach dem Rundgang in die Ladestation gestellt wurde oder die Daten werden drahtlos während des Rundgangs übertragen bzw. sobald sich der Mitarbeiter im Bereich eines WLAN aufhält. Die komplette Historie ist als Graf und damit anschaulicher als jede Tabelle darstellbar. Ausreißer lassen sich unmittelbar erkennen. Ein Überschreiben der Daten kann nur durch berechtigte Personen erfolgen. Erledigte Rundgänge werden auf der To-do-Liste abgehakt. Der Rundgänger kann individuelle Notizen zu den einzelnen Arbeitsschritten eingeben, welche die Software durch Angabe von Datum, Uhrzeit und Namen des Mitarbeiters ergänzt. Alle Ergebnisse lassen sich automatisiert per Mail verschicken. Gab es zum Beispiel Probleme bei einem der Rundgänge, kann ein Vorgesetzter oder die Werksleitung informiert werden. Die erfassten Daten können vom Anwender in diversen Softwareprogrammen, wie Excel, weiterverarbeitet werden. Ein weiteres nützliches Feature: Informationen einer Schicht, die über die verschiedenen Mobile Computer erfasst wurden, werden zusammengefasst und als komplettes Schichtbuch an die Kollegen übergeben. Alle Dokumente sind auf Knopfdruck erstellbar. Der Report erlaubt eine durchgängige Nachvollziehbarkeit und bietet der Raffinerie bei Tausenden von Messstellen wesentlich mehr Transparenz. Und: Die Ex-Mobile- Computer-Lösung ermöglicht mit wenig Papier eine hohe Betriebssicherheit. Ein Aspekt, der auch die Berufsgenossenschaft zufriedenstellt. Im Fall eines Falles können die Daten der Rundgänge dann auch als Beweis dienen, denn die Dokumentation ist im Gegensatz zu Excel-Listen nicht manipulierbar.

Schneller, höher, weiter
Und ebenso wie die Prozesse in der Raffinerie ständig weiter optimiert werden, bleibt auch die Entwicklung bei Bartec nicht stehen. So haben die Explosionsschutzspezialisten vor Kurzem eine neue Generation ihrer Ex-Mobile-Computer herausgebracht (Bild 2). Als ein besonderes Feature wird bei diesen der neue Touchscreen angegeben, der schon bei leichtem Druck schnell und präzise reagiert. Auch die Robustheit wird herausgestellt: Die Geräte halten einem Fall aus 1,20 m problemlos stand. Zudem sind die Mobile Computer komfortabel im Handling. Als wesentlicher Vorteil wird allerdings ihre Geschwindigkeit angegeben. So sollen die „MC 92N0 ex “ nach Bartec-Angaben aktuell die schnellsten am Markt sein – sowohl bezüglich des Einschaltvorgangs als auch bei der Datensynchronisation. „Vielleicht sagen Sie jetzt, es geht doch nur um wenige Sekunden. Aber das sollte man nicht unterschätzen. Im Laufe eines Tages summiert sich das zu einer erheblichen Zeitersparnis auf“, betont der Geschäftsführer von Primation. (ih)

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Autor:
Benedikt Eckert ist Produktmanager Mobile Computing bei der Bartec GmbH in Bad Mergentheim. benedikt.eckert@bartec.de