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Die gerade veröffentlichte Version 1.2 von „WeConfig“ ermöglicht signifikante Zeit- und Kosteneinsparungen durch eine einfache und sichere Konfiguration von großen Netzwerken

Konfiguration, Diagnose und Überwachung auf einen Streich

Westermo-Geschäftsführer Anders Felling (links) und Account Manager Dirk Schwenzer stellen die neue „WeConfig“-Version vor

Als Spezialist für industrielle Datenkommunikation ist Westermo vor allem für seine robusten Router und Switche bekannt. Ein effizient funktionierendes Netzwerk erfordert neben diesen Hardwarekomponenten aber auch ausgeklügelte Software. Neben seinem Betriebssystem „WeOS“ bietet das Unternehmen mit „WeConfig“ ein Konfigurations- und Diagnosetool an, dessen Funktionalität letztens erweitert wurde. Was dahinter steckt, erläuterten Geschäftsführer Anders Felling und Account Manager Dirk Schwenzer der etz-Redaktion.

Vor einem Jahr haben sie die Software „WeConfig“ vorgestellt. Was zeichnet das Konfigurationstool aus?
A. Felling: Inzwischen geht die Funktionalität weit über eine reine Konfigurations-Unterstützung hinaus. Seit dem Release der Version 1.2 im Mai bietet das kostenlose Softwaretool „WeConfig“ unter anderem die Möglichkeit des funktionalen Tests und der lückenlosen Dokumentation. Damit geben wir dem Anwender ein komfortables Werkzeug für die Überwachung der verwendeten Netzwerkkomponenten sowie Software-Updates und Config-Back-ups an die Hand. Mit der Software wird sowohl der laufende Betrieb als auch der Support vereinfacht. Vor allem der Zeitaufwand für Service und Wartung verkürzt sich, wie uns Anwender bestätigen. Während die Netzwerkkonfiguration, das Aktualisieren der Firmware sowie das Config-Backup bisher viele Stunden dauerte, benötigt man mit „We-Config“ nur wenige Minuten. Zusammen mit den Firewall- Funktionalitäten des Westermo-Betriebssystem „WeOS“ unterstützt „WeConfig“ darüber hinaus Sicherheitskonfigurationen für Netzwerkschnittstellen, die industrielle Netzwerke vor Web-Attacken bewahren. Sie stellen sicher, dass ein Netzwerk voll funktionsfähig und geschützt bleibt.
D. Schwenzer: Unser Konfigurations-Tool ist entwickelt worden, um Netzwerke einfach aufzubauen, zu konfigurieren und zu warten. Außerdem ermöglicht es ein einfaches und intuitives Netzwerk-Management. Heute wissen die wenigsten Anwender etwas über den Zustand der Komponenten und des Netzwerks. In der Regel wird die Netzwerktechnik installiert und dann nicht mehr angepackt. Da jedoch die Ausfallsicherheit immer wichtiger wird und ein schnelles Umschalten innerhalb weniger Millisekunden erforderlich ist, rückt das Monitoring, also die Aufzeichnung und Protokollierung der Situation, immer stärker in den Fokus der Anlagenbetreiber. „WeConfig“ überwacht das Netz und protokolliert jeden Fehler. Das erleichtert die Wartung und hält die Netzwerk-Performance immer am Optimum.

Was hat sich sonst noch im Vergleich zu der auf der letzten SPS IPC Drives vorgestellten Version 1.1 geändert?
A. Felling: „WeConfig“ 1.2 bietet vor allem viel mehr Konfigurationsmöglichkeiten. Neben der Messung des SNR-Wertes, also des Signal-Rausch-Verhältnisses zur Beurteilung der Qualität eines Kommunikationspfades, ist nun auch die Analyse der Signalqualität für die Datenübertragung per Glasfaser möglich. Außerdem lassen sich Grenzwerte festlegen und auslesen. Die entsprechende Alarmierung ist ebenfalls integriert. Alles in Allem wird so die Netzwerküberwachung noch weiter vereinfacht.

Welche Voraussetzungen sind erforderlich, um „WeConfig“ zu nutzen?
D. Schwenzer: Die Software basiert klassischerweise auf Windows und läuft auf allen Betriebssystemen ab XP. Sie ist speziell dafür entwickelt worden, dass sie auf jedem Techniker- Laptop funktioniert. Schließlich handelt es sich nicht um ein Server-Tool, sondern um ein individuell einsetzbares Werkzeug.

Wie hat man sich die Inbetriebnahme eines Netzwerks mit dem Tool vorzustellen?
D. Schwenzer: Nachdem der Laptop mit dem Netzwerk verbunden wurde, scannt „WeConfig“ das gesamte Netzwerk. Dabei wird mittels „link-layer-discovery-protocol“ (LLDP) erkannt, welches Gerät mit wem verbunden ist, welches Gerät welche Funktionalität bietet und wo eventuelle Fehler aufgetaucht sind. Die Software zeigt neben einer Liste der Geräte auch eine Topologie-Karte des Netzwerks an. Darüber lassen sich per Mausklick nicht nur Basis-Informationen wie IP-Adressen zuweisen. Auch weitere Konfigurationen werden auf simple Weise durch den Zugriff auf die Geräte-Webseite oder via CLI-Konfigurations-Fenster unterstützt.
A. Felling: Nachdem alle Geräte vorhanden sind, kann man das Netzwerk so konfigurieren und darstellen, wie man möchte. Verschiedene Filterfunktionen, die in der neuen Version integriert wurden, sorgen vor allem bei sehr großen Netzwerken für Übersichtlichkeit und erleichtern das Finden von Komponenten. Unter anderem ist es möglich, nach bestimmten Geräten oder Firmwareständen zu suchen. „We- Config“ vereinfacht und beschleunigt somit nicht nur die Konfiguration, sondern bietet auch Vorteile insbesondere bei Erweiterungen, die in der Vergangenheit Änderungen in vielen Einzelkomponenten erforderlich machten.

Sind auch Netzwerkgeräte anderer Hersteller integrierbar?
D. Schwenzer: Alle Komponenten mit dem Betriebssystem „WeOS“ werden automatisch erkannt. Fremdgeräte können sowohl über eine csv-Datei als auch mittels Ping- Scan integriert werden. Die Software erkennt dann zwar, dass es sich um ein Produkt eines anderen Herstellers handelt – man kann sich daher auch abgesetzte Teile eines Netzwerks anschauen – sie bietet allerdings keine Möglichkeit Fremdprodukte zu konfigurieren.

Wie läuft dann die Konfiguration ab?
A. Felling: Da hat der Anwender alle Möglichkeiten. Schritt für Schritt kann jede Komponente einzeln oder das komplette Netzwerk auf einmal individuell konfiguriert und angepasst werden. Von Vorteil ist auch, dass es nur noch eine Firmware-Datei gibt. In der ist für jedes Gerät die passende Software gespeichert. Das ist besonders wichtig bei neuen Sicherheitsanforderungen. Die Software denkt sozusagen mit und dokumentiert die Daten aller vorhandenen Ports, sodass keine Komponente übersehen werden kann.
D. Schwenzer: Alle Einstellungen werden automatisch aktualisiert und dokumentiert, zum Beispiel im monatlichen Rhythmus. So wird eine Konfigurationsdatenbank kontinuierlich erstellt und aktuell gehalten. Der Vorteil dabei: Alle Konfigurationen sind gespeichert, sodass auch eine Anlagen-Historie vorliegt. Zudem erinnert „WeConfig“ den Netzwerktechniker automatisch an die periodische Sicherung der Konfigurationsdateien. So kann er sicher sein, dass bei einem Netzwerkausfall ein aktueller Satz an Wiederherstellungsdaten zur Verfügung steht. Dieser „Scheduler“ ist übrigens bereits seit der Version 1.1 in „WeConfig“ integriert und bietet neben dem regelmäßigen Back-up auch die Option des Vergleichs zwischen Versionsständen. Auf das gespeicherte Projekt mit den Konfigurationsdateien kann auch lokal zugegriffen werden. Für den Fall, dass ein Switch oder Router wegen Wartungsarbeiten ersetzt werden muss, führt ein Download der gespeicherten Konfigurationsdatei zu einer schnellen Wiederinbetriebnahme des Netzwerks.

Wie überwacht „WeConfig“ dann das Netzwerk?
D. Schwenzer: Nachdem der Anwender einmal die aktuelle Signalqualität in seinem funktionierenden Netzwerk bestimmt hat, kann er individuelle Grenzwerte festlegen. Werden diese unterschritten, werden die jeweiligen Alarme mittels SNMP-Trap-Server an eine definierte IP-Adresse gesendet und in „WeConfig“ angezeigt. Zusätzlich zu dieser Visualisierung ist für die Zukunft eine Alarmierungsmöglichkeit per E-Mail oder SMS geplant. Neben der SNMP-Trap-Logging-Funktion können auch statistische Daten, die in „WeOS“-Geräten gespeichert sind, übersichtlich auf einem Monitor zu schnellen Diagnosezwecken angezeigt werden. Wichtige Informationen, wie Bytes, Datenrate, Fehler, Port-Link-Status, Broadcast-, Multicast- und Unicast-Zähler, lassen sich in einem einfachen Tabellenformat anzeigen. So wird jeder Fehler im Netzwerk aufgezeichnet und der Anwender sieht auf einen Blick, wo die Schwachstelle liegt. Entsprechende Filterfunktionen sorgen auch dabei für Übersichtlichkeit.

Mit dem Tool haben Anwender somit ihr komplettes Netzwerk im Griff.
A. Felling: Jedenfalls was unsere „WeOS“-Familie betrifft. Diese umfasst übrigens inzwischen über 70 verschiedene Produkt-Einheiten, einschließlich der Hochleistungs-Ethernet-Routing-Switche der Redfox- und Redfox-Rack-Reihe, der kompakten, industriellen Lynx-Switche und -Serial-Device-Server, der robusten Wolverine Ethernet-Extender, der DIN-EN-50155-zertifizierten Viper- Switche sowie der Falcon-Breitbandrouter.

Sehen Sie noch Entwicklungsmöglichkeiten für „WeConfig“?
A. Felling: Bei allen Dingen gibt es noch Entwicklungsmöglichkeiten. Mit der gerade veröffentlichten Version 1.2 sind wir aber der Meinung, ein Netzwerktool für Konfiguration, Diagnose und Überwachung anzubieten, dass in Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit und Handhabung einzigartig ist. (no)

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