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Bild 1. BHKW-Systeme von Bosch tragen dazu bei, bestehende Energiequellen nachhaltig zu nutzen. Seit rund 30 Jahren entwickelt und baut Bosch standardisierte oder maßgeschneiderte BHKW-Systeme sowohl für biogene Gase als auch für Erdgas

Mit Fernwartung optimalen Service für BHKW bieten

Bild 2. Bei den Blockheizkraftwerken von Bosch KWK sorgen die Fernwartungsrouter der Serie „eWON“ von Wachendorff für effizienten Service

Bild 3. ORC-Systeme (Organic Rankine Cycle), die aus Prozesswärme, die in der Industrie, auf Deponien und auch bei der Stromerzeugung als Nebenprodukt entsteht, Energie gewinnen, gehören ebenfalls zum Sortiment von Bosch KWK. Auch hier kommt die Fernwartungslösung „eWON“ von Wachendorff zum Einsatz

Die Ressourcen werden immer knapper. Entsprechend wichtig ist es, Energieträger maximal auszunutzen. Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung gelten als Musterbeispiel für die Effizienzsteigerung von Anlagen. Die Bosch-Gruppe betreibt im hessischen Lollar ihr Kompetenzzentrum für Kraft-Wärme-Kopplungssysteme. Um in diesem international aufgestellten Markt optimalen Service bieten zu können, setzt Bosch KWK Systeme auf Fernwartungsrouter der Firma Wachendorff.

Blockheizkraftwerke (BHKW) mit Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen Strom und Wärme gleichermaßen. Dabei werden sie nicht nur für eine bessere Ausbeute von Erdgas in Gebäuden, sondern auch für die Verwertung von Klärgas und Biogas genutzt. Bosch KWK Systeme entwickelt und baut BHKW in allen Größenordnungen (Bild 1 und Bild 3). Erst kürzlich wurde ein kleines BHKW mit 12 kW Leistung präsentiert – es gibt aber auch Anlagen, die mehr als 2 MW elektrisch erzeugen und mit ihrer Fernwärme einen ganzen Stadtteil heizen können.

Die optimale Fernwartungslösung gesucht
„Je mehr Anlagen laufen, umso höher ist der Aufwand an Service und Wartung“, nennt Yassin Ouchen von Bosch KWK einen wichtigen Aspekt, der für eine Fernwartungslösung spricht. Vor allem aber Software-Updates wollte man gern von der Ferne aus starten können. „Die Entwicklung in unserer Branche geht rasend schnell voran“, sagt er. „Wir sind hier das Bosch-Kompetenzzentrum und von neuen Entwicklungen sollen auch unsere Bestandskunden so schnell wie möglich profitieren.“ Die Experten suchten dann nach einer Lösung für die Fernwartung der Kraftwerke – und zwar nach einer, die bei allen Anlagen funktioniert. „Auf der grünen Wiese, wo die BHKW stehen, die Biogas verstromen, gibt es zum Beispiel meistens kein DSL“, so Y. Ouchen. Man suchte also nach Hardware, die bei Bedarf auch über eine GSM-Karte den Kontakt zur Außenwelt aufnehmen kann. „Im Rahmen meiner Diplomarbeit sollte ich vor einigen Jahren die für Bosch optimale Fernwartungslösung finden“, führt er weiter aus. Dabei testete der Spezialist viele Lösungen und entschied sich schlussendlich für die „eWON“-Serie von Wachendorff. So passten viele Features, die dieser Fernwartungsrouter standardmäßig mitbringt, genau zum Anforderungsprofil von Bosch. Ein Beispiel sind die vielen integrierten Schnittstellen.

Die Möglichkeiten der Fernwartungslösung
Der „eWON“-Router (Bild 2) kann über unterschiedliche Wege den Kontakt zur Außenwelt herstellen, zum Beispiel über eine HSDPA-Verbindung völlig unabhängig von einem DSL-Netz. Auf diese Weise ist auch die Anbindung abgelegener Standorte problemlos möglich. Über die serielle Schnittstelle erfolgt die Verbindung mit der Steuerung – alternativ kann auch über eine integrierte MPI- und Ethernet-Schnittstelle kommuniziert werden. „Auf diese Weise können wir ,eWON‘ wirklich für alle Anlagen nutzen – egal, wo sie später zum Einsatz kommen“, sagt Y. Ouchen. Durch den Einsatz der „eWon“-Router sind nun schnelle Reaktionen auf alle möglichen Fragen oder Störungen von bzw. beim Kunden möglich. Dadurch ist der zuständige Techniker sofort in der Lage, sich in die betreffende Anlage einzuloggen und zu sehen, was zu tun ist. Auch eine vorbeugende Wartung wird so möglich, denn man kann Automatismen hinterlegen, die anhand der Betriebsstunden oder anderer Parameter warnen, bevor Verschleißteile ihren Dienst quittieren. Die dafür benötigten Daten werden über die in den Routern integrierten Protokolle, wie in diesem Fall das Modbus-Protokoll, aus der Steuerung ausgelesen und interpretiert. Damit kann direkt über dieses Tag-Polling mit den ausgefeilten Alarmmanagementfunktionen die gewünschte Benachrichtigung erstellt werden. Auch während der Inbetriebnahmephase erweisen sich die Möglichkeiten zur Fernwartung als hilfreich: „Während der ,Einlaufzeiten‘ solcher Anlagen kann es notwendig sein, noch kleine Anpassungen vorzunehmen. Kann dies von unserer Zentrale aus mit einigen Mausklicks erfolgen, ist das für alle Seiten ein Gewinn“, verdeutlicht Y. Ouchen.

Eigenes Fernwartungsportal
Bosch KWK Systeme hat unter Federführung von Y. Ouchen ein eigenes Portal entwickelt, über das die Fernwartung erfolgt. Alle Daten laufen auf dem eigenen Server, auf den von überall per Webbrowser zugegriffen werden kann, auf. Die Servicetechniker sehen nach dem Login nur Anlagen in ihrem Gebiet. Über Filter ist einstellbar, welche Anlagen sichtbar sein sollen – etwa nur die, bei denen irgendwelche Unregelmäßigkeiten aufgetreten, oder bei denen Alarme aufgelaufen sind. Über den Server werden in dringenden Fällen auch Nachrichten per Mail und SMS verschickt, damit keine Zeit verloren geht. Ein Cockpit liefert alle Anlagendaten auf einen Blick – außerdem gibt es ein Logbuch mit allen Vorgängen und grafische Ansichten der Historie, die auf den ersten Blick eine Übersicht über alle relevanten Daten ermöglichen. Nicht alles lässt sich von der Ferne aus lösen. Für die Routenplanung wurde darum in die Software eine Map integriert, die alle zu besuchenden Anlagen auf der Landkarte anzeigt. „Wir nutzen die ,eWON‘-Router auch dafür, die Zeiten aller Anlagen zu synchronisieren“, fügt Y. Ouchen hinzu. So gibt der Server die Zeit verbindlich vor, die dann über die Router an alle Anlagen übertragen wird. Aber nicht nur die technischen Möglichkeiten der „eWON“-Router haben Bosch KWK überzeugt. Das modulare Router-Konzept der Serie „eWON Flexy“ besteht aus einem Basismodul mit CPU, SD-Karten-Slot sowie einem RAM. Auf diesem Basismodul können dann bedarfsgerecht bis zu vier Erweiterungskarten platziert werden, die dem Anwender größtmögliche Flexibilität auf mehreren Ebenen bietet. Diese applikationsbezogene Möglichkeit der Zusammenstellung entspricht Boschs Philosophie der Wirtschaftlichkeit und Zukunftssicherheit. (ih)

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Autor:
Mehmet Akcit ist Produktmanager Industrielle Kommunikation bei der Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG in Geisenheim.

mak@wachendorff.de