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Produktionsdaten für die digitale Transformation

Das Config Tool des „SQL4automation Connectors“

Das Config Tool des „SQL4automation Connectors“

Ruedi Gloor (l.) und Roger Kunz (r.) sind Geschäftsführer der Inasoft GmbH  in Lyssach/Schweiz

Ruedi Gloor (l.) und Roger Kunz (r.) sind Geschäftsführer der Inasoft GmbH in Lyssach/Schweiz

Die Steuerungstechnik und die IT-Ebene miteinander zu verbinden, ist spätestens im Zuge der digitalen Transformation eine unvermeidbare Aufgabe. In vielen Anwendungsfällen stellt dafür der „SQL4automation Connector“ von Inasoft die richtige Lösung zur Verfügung. Dieser verbindet Robotersteuerungen und SPS komfortabel mit Datenbanken [1, 2]. Die etz-Redaktion sprach mit den beiden Inasoft-Geschäftsführern Ruedi Gloor und Roger Kunz.

Automatisierung und intelligentes Datenmanagement sind heute untrennbar miteinander verbunden. Welche Lösung haben Sie im Angebot, um diese Herausforderung zu meistern?
R. Gloor: Mit unserem „SQL4automation Connector“ stellen wir eine Softwarelösung zur Verfügung, die bei höchster Flexibilität unter Anwendung bekannter Pro­grammierumgebungen aus der Steuerungswelt einen vollen Zugriff auf SQL-Datenbanken ermöglicht.

Um welche Steuerungen geht es dabei?
R. Gloor: Die Connector-Version V3.2.2.0 bietet fertige Bibliotheken für Siemens S7-1500, S7-1200, S7-300 und S7-400, Codesys 2.0 und Codesys 3.0, Beckhoff Twincat 2.0 und Twincat 3.0, Rockwell Allen Bradley RS-Logix, ABB AC500, Sigmatek Lasal und B&R. Weiterhin gibt es Bibliotheken für Robotersteuerungen, zum Beispiel ABB Rapid, Kuka KRC4 und Stäubli Val3. Alle Bibliotheken stehen auf der Homepage www.SQL4automation.com zum Download bereit.

Hat sich nicht OPC UA als Standard für den Datenaustausch von Steuerungen in Richtung produktionsnahe IT-Umgebungen etabliert?
R. Kunz: Das mag sein. Aber in vielen Anwendungen ist es von Vorteil, wenn die Steuerung direkt Daten in die ­SQL-Datenbank schreibt. Damit lassen sich zum Beispiel Werkstückdaten loggen. Werkstücknummer, Messdaten, Datum, Zeit, Seriennummer sowie Produktionsstandort, -linie oder -maschine stehen plötzlich transparent und abrufbereit in der Datenbank zur Verfügung. Ebenso können jegliche Form von Meldungen sowie wichtige Maschinendaten, zum Beispiel Gesamt-, Produktions- und Stillstandsdauer, Anzahl und Zeit der Werkstückproduktion sowie der Verschleiß von Maschinenbauteilen, einfach abgerufen werden.

Das kann OPC UA nicht?
R. Kunz: Wenn es darum geht, große Datenmengen ohne Verluste an Leistungsfähigkeit aus der Steuerung in die Datenbank zu transferieren, ist unsere Lösung prädestiniert. Außerdem muss bei Anwendungen mit OPC UA zumeist noch ein zusätzliches Hochsprachenprogramm zum Einsatz kommen, um die Daten wirklich nutzbar zu machen. Der „SQL4automation Connector“ schreibt die Daten hingegen direkt nutzbar in die Datenbank und bringt die typischen Vorteile eines Standardtools mit. Wertvolle Ressourcen für die Hochsprachenprogrammierung werden gespart. Die wenigen Einstellungen in der Steuerungslogik übernehmen die Steuerungsprogrammierer.

Nennen Sie uns ein Beispiel aus der Praxis.
R. Gloor: Wenn die Huba Control AG aus Würenlos/Schweiz Sensoren produziert, können Aufträge zwischen Losgröße 1 und tausenden Teilen problemlos abgearbeitet werden. Möglich macht dies eine flache Automatisierungsstruktur mit einer SQL-Datenbank als Zentrale. Für die schnelle und zuverlässige Kommunikation zwischen Steuerung und Datenbank sorgt der „SQL4automation Connector“. Die Produktion bei Huba zeichnet sich durch eine vollständige vertikale und horizontale Integration aus. Eine Alternative zur Datenbankanbindung über den „SQL4automation Connector“ gab es nicht.
In unzähligen Anwendungsfällen, bei denen es oft um eine Vielzahl von Daten geht, hat sich der „SQL4automation Connector“ als geeignete Lösung bestens bewährt. Der Connector ermöglicht bei ­höchster Flexibilität unter Anwendung bekannter Pro­grammierumgebungen vollen Zugriff auf SQL-Datenbanken. Dabei werden alle Datenbanken mit ODBC-Schnittstelle unterstützt. Dazu kommt das riesige Potenzial für Industrie 4.0.

Wo sehen Sie dieses Potenzial für Industrie 4.0 konkret?
R. Gloor: Für die Optimierung der Produktion und für neue serviceorientierte Geschäftsmodelle werden möglichst viele Produktionsdaten benötigt. Die Steuerung hat darauf Zugriff; hier sind die Daten bereits konzentriert. Mit unserem „SQL4Automation Connector“ können wir einfach und schnell darauf zugreifen. Der Clou dabei: Sie müssen erst gar nicht eine separate ­Infrastruktur mit Edge Gateways für die Cloud-Kommunikation aufbauen. Unsere Softwarelösung liefert Ihnen die Daten mit geringstmöglichem Aufwand bereits im passenden Datenbankformat.

Auf dem Marktplatz Industrie 4.0 sind Sie auch vertreten. Welchen Use Case zeigen Sie?
R. Kunz: Unser Use Case beinhaltet, Produktionsdaten aus beliebigen Steuerungsumgebungen auf einfache Weise in Datenbanken zur Verfügung zu stellen. Die Daten können dann in ERP-, MES- und Cloud-Applikationen genutzt werden. Wir wollen mit unseren Besuchern diskutieren, welche neue Geschäftsmodelle basierend auf den Daten möglich werden. (hz)

Literatur
[1] Heinze, R.: Einfacher Zugriff auf alle Produktionsdaten. etz elektrotechnik & automation 135 (2014) H. 8, S. 16 – 18
[2] Gloor, R.: Steuerungsdaten für die Betriebsdatenerfassung. etz elektrotechnik & automation 135 (2014) H. 10, S. 39 – 41