A A A
| Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz
ETZ Logo VDE Verlag Logo

Das Verteilnetz wird intelligent

01 Bei der Ortsnetzstation HKP-E ist der Primärteil mit MS-Schaltanlage, Trafo und NS-Verteilung räumlich getrennt vom Sekundärteil mit der Kommunikations- und Fernwirktechnik (Bild: Beton- und Energietechnik Heinrich Gräper)

01 Bei der Ortsnetzstation HKP-E ist der Primärteil mit MS-Schaltanlage, Trafo und NS-Verteilung räumlich getrennt vom Sekundärteil mit der Kommunikations- und Fernwirktechnik (Bild: Beton- und Energietechnik Heinrich Gräper)

02 Im separaten Schrank ist genügend Platz für die Fernwirktechnik

02 Im separaten Schrank ist genügend Platz für die Fernwirktechnik

Die Energiewende hat das Stromnetz in Deutschland stark verändert. Die wachsende Anzahl dezentraler Einspeiser stellt die Energieversorger fortlaufend vor neue Herausforderungen. Durch wechselnde Lastflussrichtungen, Last- und Spannungsschwankungen gelangen die Verteilnetze an ihre Grenzen. Um eine schnelle Wiederversorgung der Kunden nach einem Fehler zu gewährleisten und um Daten für die Netzplanung zu sammeln, entschloss sich die NGN Netzgesellschaft Niederrhein mbH, ihr Stromnetz mit moderner Messtechnik auszubauen.
Die NGN Netzgesellschaft Niederrhein mbH, eine 100-prozentige Tochter der SWK Stadtwerke Krefeld AG, hat zum 1. September 2016 die gesamten Netzaktivitäten der SWK übernommen. Die rund 350 Mitarbeiter der NGN kümmern sich um das operative Geschäft der Strom-, Gas-, Trinkwasser-, Fernwärme- und Abwassernetze sowie der Straßenbeleuchtung. Im 10-kV-Mittelspannungsnetz ist die NGN inzwischen für rund 1 100 Ortsnetzstationen in Krefeld, Wachtendonk und Straelen verantwortlich (Bild 1). Bei Wartungs- und Serviceaufträgen müssen die Mitarbeiter lange Anfahrtswege in Kauf nehmen, da die Stadt Straelen und die Gemeinde Wachtendonk ca. 30 km von Krefeld entfernt liegen. In der Stadt Straelen liegt die Einspeisung aus erneuerbaren Energien und KWK-Anlagen bereits heute bei rund 80 %. Um die hohe Anzahl von dezentralen Einspeisern im Mittelspannungsnetz besser zu managen, Messwerte im normalen Netzbetrieb aufzunehmen und im Fehlerfall den Ort schnell und sicher lokalisieren zu können, suchte die NGN nach einer zuverlässigen und genauen Messtechnik.
Kurz- und Erschlussanzeiger sammelt Messwerte
Die Anforderungen konnten mit dem „ComPass B“ von Horstmann abgedeckt werden. Er kombiniert die Vorteile von Kurz- und Erdschlussrichtungsanzeigern mit der Erfassung von Lastströmen, Spannungen sowie Leistungen und stellt diese zur Übertragung an die Leitwarte bereit. Im Fehlerfall ist es so möglich, das Entstörungspersonal gezielt zur Fehlerstelle zu leiten und die Kunden in kürzer Zeit wieder zu versorgen. Außerdem lassen sich aus den gesammelten Messdaten des Mittelspannungsnetzes historische Werte für die Netzplanung bereitstellen. Die Messdaten werden vom „ComPass B“ sowohl vor Ort über das OLEDDisplay angezeigt, als auch in Echtzeit über die RS-485- Schnittstelle an die Fernwirktechnik übermittelt.
Auch das Niederspannungsnetz wird überwacht
Zusätzlich hat sich die NGN dazu entschlossen, auch das Niederspannungsnetz zu überwachen und Stromwerte zu erfassen. Das Monitoring in der Niederspannung wird mit Leistungsmessklemmen von Wago realisiert. Eine PFC-200 übernimmt als SPS die Aufbereitung der Daten. Die Datenübertragung wird wahlweise über vor Ort liegende Nachrichtenkabel oder ein LTE-Modem realisiert. Vorprogrammierte Datenpunktlisten beschleunigen die Implementierung der Messpunkte in das Netzleitsystem und gewährleisten eine schnelle Inbetriebnahme. Den Bau der Station sowie den Einbau der Komponenten übernahm die Firma Beton- und Energietechnik Heinrich Gräper. In enger Zusammenarbeit konnte ein standardisierter Aufbau für eine Kleinstation festgelegt werden. Durch einen seitlichen Anbau wurde Platz für die Fernwirktechnik geschaffen (Bild 2). Diese Lösung ist bei der NGN der neue Standard und wird laufend optimiert, um die Effizienz weiter zu steigern.
In Zukunft will die Netzgesellschaft weitere, von der Netzplanung und Netzführung ausgewählte Stationen in ihr Leitsystem einbinden und die aufgenommenen Messdaten den Mitarbeitern der Netzplanung zur Verfügung stellen. Mit dem voranschreitenden Ausbau hat sie ihr Netz durch die fernwirktechnische Überwachung immer besser im Blick, kann pro aktiv planen und im Fehlerfall schnell reagieren. Durch Investitionen in ihre Stromnetze ist die NGN schon heute für einen weiteren Ausbau der dezentralen Einspeiser vorbereitet.
Fazit
Durch die getätigten Investitionen wird das Stromnetz für die NGN immer transparenter. Zum einen hilft dies den Mitarbeitern bei der Planung der Nieder- und Mittelspannungsnetze. Zum anderen ermöglicht dies im Fehlerfall eine schnelle Eingrenzung des Fehlerorts, sodass die Kunden innerhalb kurzer Zeit wieder versorgt werden können. Die eingesetzte Technik hat sich in der Vergangenheit bewährt, sodass die NGN auch zukünftig auf die Lösungen von Gräper, Horstmann und Wago setzen wird.

Sebastian Genser arbeitet im Bereich Asset Management und Planung bei der NGN Netzgesellschaft Niederrhein mbH in Krefeld. sebastian.genser@ngn-mbh.de

Sebastian Genser arbeitet im Bereich Asset Management und Planung bei der NGN Netzgesellschaft Niederrhein mbH in Krefeld. sebastian.genser@ngn-mbh.de

Daniel Kost arbeitet im Bereich Asset Management und Planung bei der NGN Netzgesellschaft Niederrhein mbH in Krefeld. daniel.kost@ngn-mbh.de

Daniel Kost arbeitet im Bereich Asset Management und Planung bei der NGN Netzgesellschaft Niederrhein mbH in Krefeld. daniel.kost@ngn-mbh.de

Tobias Schwinger ist Sales Manager bei der Dipl.-Ing. H. Horstmann GmbH in Heiligenhaus. tobias.schwinger@horstmanngmbh.com

Tobias Schwinger ist Sales Manager bei der Dipl.-Ing. H. Horstmann GmbH in Heiligenhaus. tobias.schwinger@horstmanngmbh.com